Trockenheit: Baselbieter Regierung will Bauern mit Krediten helfen
Nach dem Hitzesommer will die Baselbieter Regierung Landwirtschaftsbetriebe mit Überbrückungskrediten unterstützen. Sie hat beim Landrat einen Kredit von zwei Millionen Franken beantragt, um die Folgen der Sommertrockenheit für die Bäuerinnen und Bauern zu mildern.

Der Regierungsrat verabschiedete die entsprechende Vorlage am Dienstag und überwies sie an den Landrat, wie er am Mittwoch mitteilte. Mit dem Geld sollen Betriebe unterstützt werden, die aufgrund der Trockenheit in Liquiditätsengpässe gerieten.
Vorgesehen sind gemäss Mitteilung zinslose Darlehen zwischen 10'000 und 50'000 Franken pro Betrieb. Die Rückzahlung muss innerhalb von maximal zehn Jahren erfolgen.
Der ausserordentliche Sommer trocknete die Böden stark aus. Betroffen waren insbesondere Wiesen, Weiden und Ackerflächen, was vor allem Betriebe mit Tierhaltung und bewässerungsintensiven Kulturen in Schwierigkeiten brachte.
Teilweise existenzielle Bedrohung
Insgesamt treffe die aktuelle Trockenheit die Baselbieter Landwirtschaft extrem, heisst es in der Landratsvorlage. Die Sorge um den nahenden Winter und das knapp werdende Futter, die beschränkten Möglichkeiten für Futterzukauf, die hohen Kosten für Futter und Wasser würden bei vielen Betrieben zu einer starken Stressbelastung führen. Viele Betriebe hätten Engpässe bei der Liquidität, einige stünden vor einer existenziellen Bedrohung.
Laut Vorlage wirtschaften im Baselbiet rund 850 Landwirtschaftsbetriebe, 730 Betriebe sind direktzahlungsberechtigt. Wie viele Betriebe akute Liquiditätsprobleme hätten, sei nicht bekannt.
Offen ist noch, ob sich auch der Bund an den Hilfen beteiligt. Sollte der Bund ebenfalls Mittel für Betriebshilfedarlehen bereitstellen, würde sich der verfügbare Betrag auf vier Millionen Franken verdoppelt, heisst es. Bundesrat Albert Rösti hatte vor Kurzem einmalig 54 Millionen Franken für existenzbedrohte Bauernbetriebe, jährlich 17,5 Millionen Franken für die Waldwirtschaft in Aussicht gestellt. Über die zusätzlichen Mittel wird das Parlament entscheiden.










