Thurgauer EDU-Kantonsrat Sigrist zur Ernährungs-Initiative
Am 27. September sagt der Thurgauer EDU-Kantonsrat Andreas Sigrist Nein zur Ernährungs-Initiative. Ein Gastbeitrag.

Die Bewahrung unserer Schöpfung – sauberes Wasser, gesunde Böden und eine reiche Artenvielfalt – muss uns, besonders auch im Blick auf die kommenden Generationen ein wichtiges Anliegen sein. Aus diesem Grund habe ich grossen Respekt vor den Initianten, die sich leidenschaftlich für diese Anliegen einsetzen.
Warum lehne ich die Ernährungsinitiative trotzdem ab?
Ein Netto-Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent klingt verlockend. Dieses Ziel sollte aber aus persönlicher Einsicht und Eigenverantwortung erreicht werden, nicht durch staatliche Vorgaben, was wir zu essen haben.

Die Initiative übersieht auch unsere Topografie: Grosse Teile der Schweiz, gerade im Berggebiet, sind reines Grasland. Diese Flächen lassen sich nur durch Nutztiere sinnvoll für unsere Ernährung bewirtschaften.
Würde die inländische Tierhaltung staatlich gedrosselt, würden wir bei gleichbleibendem Konsum einfach mehr Fleisch aus dem Ausland importieren. Die ökologische Belastung würde somit lediglich ins Ausland verlagert – die Schöpfung würde dadurch nicht geschützt.
Auch das nationale Parlament hat die Initiative einstimmig abgelehnt. Ja, wir brauchen einen Wandel zu mehr bewusstem Konsum.
Der Weg dorthin sollte aber über die konsequentere Nutzung der bereits bestehenden Umweltschutzgesetze und unser eigenes Verhalten beim Einkauf führen – nicht über radikale Zwänge in der Verfassung. Deshalb lege ich im September ein überzeugtes Nein in die Urne.
Zum Autor
Andreas Sigrist (*1962) ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. Der Landwirt und Theologe ist verheiratet, hat drei Söhne und lebt in Guntershausen.








