Aarau

    Steinbruch in Villigen AG wird für die Zementindustrie erweitert

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Aarau,

    Der Steinbruch im Gebiet «Gabenchopf West» in Villigen AG kann erweitert werden. Der Grosse Rat hat am Dienstag die entsprechende Anpassung des Richtplans mit 116 zu 12 Stimmen gutgeheissen. Damit soll der Kanton Aargau ein wichtiger nationaler Baustofflieferant bleiben.

    Blick auf den Steinbruch «Gabenchopf» des Zementkonzerns Holcim bei Villigen AG. (Archivbild)
    Blick auf den Steinbruch «Gabenchopf» des Zementkonzerns Holcim bei Villigen AG. (Archivbild) - Keystone/MANUEL LOPEZ

    Konkret wird der Steinbruch «Gabenchop» mit einer Fläche von rund 66 Hektaren um rund elf Hektaren nach Westen erweitert werden. Damit soll die Rohstoffversorgung für die Zementherstellung für weitere 15 Jahre gesichert werden.

    Die Rohstoffreserven haben gemäss Angaben des Kantons ein Volumen von rund 18 Millionen Kubikmetern. Der Steinbruch versorgt das Zementwerk in Würenlingen AG, das rund 20 Prozent des in der Schweiz hergestellten Zements produziert. Der Holcim-Konzern hatte die Festsetzung des Gebiets «Gabenchopf West» im Richtplan beantragt.

    Die Erweiterungsfläche liegt vollständig im Wald sowie im Perimeter des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Laut Regierungsrat ergab die Prüfung von alternativen Standorten, dass der Standort «Gabenchopf West» die geringsten Eingriffe in Natur und Umwelt verursache.

    Alle sind mit wenigen Vorbehalten dafür

    Die Erweiterung am bestehenden Standort sei sinnvoll, so lautet das Fazit der Standpunkte von Mitte, EVP, GLP, FDP und SP. Es wurde festgehalten, dass die Erweiterung des Steinbruchs ein erheblicher Eingriff in die Natur, Umwelt und Landschaft sei.

    Aber die Infrastruktur, darunter eine Transportluftseilbahn, sei vorhanden, und es werde kein Siedlungsgebiet beeinträchtigt. Der Bedarf an Zementrohstoffen solle möglichst aus dem Inland gedeckt werden. Die Grünen wiesen auf die hohe CO2-Belastung bei der Zementproduktion hin. Daher müsse der Zementverbrauch gesenkt werden.

    Nach dem Grundsatzentscheid des Parlaments zur Anpassung des Richtplans werden die Detailfragen wie der Waldersatz und die Umweltverträglichkeit bei den nun folgenden Nutzungs-, Baubewilligungs- und Rodungsverfahren geklärt.

    Im April 2022 hatten Klimaaktivisten auf dem Gebiet des Steinbruchs ein unbewilligtes Protestcamp errichtet. Die Polizei löste den Protest nach wenigen Stunden auf.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Touchscreen
    4 Interaktionen
    Lenkt ab
    heizöl
    43 Interaktionen
    Angespannte Lage

    MEHR AUS AARAU

    Geldverschwendung?
    9 Interaktionen
    Motion abgelehnt
    Wasser
    Unterentfelden AG
    Unterentfelden AG
    Unterentfelden AG