Stadtrat will Berner Nachtleben sicherer machen
Die Stadt Bern soll aktiver gegen sexualisierte Gewalt, Stalking und Übergriffe im Nachtleben vorgehen. Der Stadtrat hat am Donnerstag zwei entsprechende Postulate mit jeweils 56 zu 5 Stimmen überwiesen.

Der Gemeinderat soll unter anderem prüfen, wie das Pilotprojekt «Mille Grazie» zur Schulung von Bar- und Clubpersonal langfristig weitergeführt werden kann. Mitarbeitende lernen dabei, sexualisierte Gewalt zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Da die Nachtleben-Branche unter wirtschaftlichem Druck steht, solle die Stadt Bern eine Vorbildrolle einnehmen und eine finanzielle Unterstützung des Angebots prüfen, regten Shashime Osmani und Dominique Hodel (SP) an.
Weiter soll sich die Stadt beim Kanton dafür einsetzen, dass verantwortliche Personen in Betrieben mit Überzeitbewilligung nachweislich über Kenntnisse zur Gewaltprävention verfügen. Im Postulat wird auf Zahlen von «Mille Grazie» hingewiesen, wonach 59 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Leben sexualisierte Gewalt erfahren haben, 42 Prozent davon im Nachtleben.
Das zweite angenommene Postulat der SP/Juso-Fraktion fordert eine Gesamtstrategie zur Prävention und Bekämpfung von sexualisierter Gewalt und Stalking. Damit sollen bestehende Lücken im System geschlossen und Massnahmen gebündelt werden.






