Stadt Luzern

Stadtluzerner Finanzdirektorin sieht «paradiesische Zustände»

Keystone-SDA Regional
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Luzern,

Statt des budgetierten Defizits von 22,2 Millionen Franken schliesst die Rechnung 2025 der Stadt Luzern mit einem Plus von 92,7 Millionen Franken. Finanzdirektorin Franziska Bitzi zeigt sich damit zufrieden, mahnt angesichts grosser Investitionen jedoch zur Vorsicht.

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Finanzdirektorin Franziska Bitzi (Die Mitte). - Die Mitte Stadt Luzern

Über das Ergebnis 2025 hatte der Stadtrat bereits Anfang Februar informiert. Am Montag stellte er den Medien die detaillierte Rechnung samt politischer Würdigung vor.

Die finanzielle Ausgangslage der Stadt sei hervorragend, sagte Finanzdirektorin Franziska Bitzi an der Medienorientierung. Mit Blick auf die Abschlüsse vor 10 bis 15 Jahren gerate bisweilen in Vergessenheit, woher die Stadt komme: Damals prägten Sparprogramme das Bild. «Aktuell herrscht ein paradiesischer Zustand», so die Stadträtin der Mitte.

Gleichwohl gelte es, wachsam zu bleiben, so Bitzi. Das Ausgabenwachstum sei anhaltend hoch, und mit dem geplanten Neubau des Luzerner Theaters, dem Durchgangsbahnhof, der Wohnraumpolitik sowie Steuergesetzänderungen stünden grosse Investitionen und Herausforderungen an. «Ein sparsamer und widerstandsfähiger Finanzhaushalt ist notwendig», sagte Bitzi.

Der gesamte Steuerertrag belief sich 2025 auf 557,2 Millionen Franken. Die Einnahmen von natürlichen Personen lagen um 16,8 Millionen Franken über dem Budget, jene von juristischen Personen um 89,9 Millionen Franken, wie Roland Brunner, Chef der Finanzverwaltung, ausführte. Insgesamt fielen die Steuererträge jedoch um knapp 8 Millionen Franken tiefer aus als im Vorjahr.

Der Anteil der Steuererträge von juristischen Personen am gesamten Fiskalertrag stieg von 39,5 Prozent im Vorjahr auf 41,2 Prozent. Noch vor ein paar Jahren lag er laut Brunner bei unter 15 Prozent. «Die Abhängigkeit von einigen wenigen gewinnstarken Unternehmen ist weiterhin sehr erheblich», sagte Bitzi. Das Risiko von schwankenden Fiskalerträgen «hoch».

Der Gesamtertrag der Stadt Luzern beträgt 996,3 Millionen Franken, davon entfallen 56 Prozent auf Steuererträge. Beim Gesamtaufwand von 903,6 Millionen Franken machen der Transferaufwand, etwa für wirtschaftliche Sozialhilfe oder Kultur und Sport, 37 Prozent und der Personalaufwand 31 Prozent aus.

Die Stadt Luzern investierte auch 2026 kräftig. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Bruttoinvestitionen um 19,4 Millionen auf 108,5 Millionen Franken. «Das ist ein neuer Rekord», sagte Roland Brunner. Insgesamt wurden 240 Projekte umgesetzt. Drei von vier Projekten entfielen auf die Schulinfrastruktur sowie auf Verkehr und Mobilität.

Die höchsten Investitionen flossen in das Schulhaus Littau Dorf (20,4 Millionen Franken), die Sanierung des Schulhauses Moosmatt (8,9 Millionen Franken) sowie in zusätzliche Kindergärten und mobile Schulraumeinheiten (7 Millionen Franken).

Die Stadt Luzern nahm nicht nur mehr Geld ein, sie gab auch mehr aus. So stieg der Nettoaufwand der Direktionen im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 30 Millionen Franken. Der stärkste Anstieg gab es in den Bereichen Soziales und Sicherheit (+10,4 Millionen Franken) und Bildung und Kultur (+14 Millionen Franken).

Das Eigenkapital der Stadt beträgt neu 1,97 Milliarden Franken. Das Nettovermögen stieg von 224 Millionen Franken im Jahr 2019 auf 502 Millionen Franken. In den Folgejahren werde es jedoch deutlich sinken, da das Wirtschaftswachstum laut Finanzverwalter Brunner hinter dem Ausgabenwachstum zurückbleibt.

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Kommentare

User #1943 (nicht angemeldet)

So schön. Schade dass der Bürger nichts davon hat.

User #3892 (nicht angemeldet)

1/3 der Schweizer wissen nicht wie sie monatlich ihre Rechnungen bezahlen sollen. Wo sind da die paradiesischen Zustände?

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