Stadt St. Gallen: Keine Gratistests auf Geschlechtskrankheiten

Die Stadt St. Gallen lehnt die Initiative für kostenlose Geschlechtskrankheiten-Tests und Beratungen ab.

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In der Stadt St. Gallen wurde die Volksinitiative «Sex? Aber safe!» abgelehnt. (Symbolbild) - keystone

Die Stimmberechtigten der Stadt St. Gallen haben am Sonntag die Volksinitiative «Sex? Aber safe!» abgelehnt.

Die Vorlage verlangte, dass für Personen unter 30 Jahren und solche mit geringem Einkommen kostenlose Beratungen sowie Gratistests auf sexuell übertragbare Infektionen angeboten werden.

Für das von den jungen Grünen lancierte Anliegen stimmten 6166 Stimmberechtigte (33,6 Prozent), während 12'208 Nein-Stimmen (66,4 Prozent) in die Urne gelegt wurden. Die Stimmbeteiligung lag bei 42,5 Prozent.

Die Initianten führten ins Feld, dass junge Menschen stark zunehmend von sexuell übertragbaren Infektionen wie beispielsweise Chlamydien, Gonorrhö und Syphilis betroffen sind, während sich HIV-Infektionen dank Präventionsstrategien stabilisierten.

Gesundheitskosten durch Früherkennung senken

Durch frühzeitiges Erkennen und Behandeln solcher Krankheiten könnten die Gesundheitskosten gesenkt werden.

Das Stadtparlament lehnte die Initiative mit 35 Nein- zu 23 Ja-Stimmen ab. Auch der Stadtrat sprach sich dagegen aus.

Er verwies auf die Zuständigkeit des Kantons im Bereich der öffentlichen Gesundheit und auf bestehende Angebote. Ausserdem sei ein verantwortungsvoller Umgang mit den Risiken Teil eines selbstbestimmten Sexuallebens.

Der Stadtrat ging bei einem Ja von einer jährlichen finanziellen Belastung der Stadtkasse von 370'000 Franken aus.

«Die Ablehnung ist kein Nein zur sexuellen Gesundheit – sie ist ein Nein aus Angst vor den Finanzen», bilanzierten die jungen Grünen der Stadt St. Gallen am Sonntag in einer Medienmitteilung.

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