Stadt Bern verschenkt 150 Marronibäume!
Die an den Klimawandel angepassten Bäume sollen zum Beispiel in Familiengärten in die Höhe wachsen. Die Aktion entstand aus einer Bachelor-Arbeit heraus.

Das Wichtigste in Kürze
- 150 Marronibaum-Setzlinge suchen neue Besitzer in der Stadt Bern.
- Idealerweise in einem Familiengarten: Dort sollen sie in einigen Jahren auch Früchte tragen.
- Marronibäume gelten als gut angepasst an den Klimawandel und kühlen gleichzeitig Hitzeinseln.
«Heissi Marroni» und Vermicelles haben gerade Saison – und passend zur Jahreszeit verteilt die Stadt Bern nun 150 Marronibaum-Setzlinge.
Die Verteilaktion sei entstanden aus einer Bachelorarbeit der ZHAW (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften), teilt Stadtgrün Bern im Internet mit. Abgegeben werden sollen die erst 50 cm grossen Pflänzchen an Privatpersonen mit einem geeigneten Grundstück.
Studentin erstellt Karte für Berner Marroni-Potenzial
Geeignet heisst in diesem Fall: warm und trocken. Denn da gedeihen Marronibäume am besten. In fünf bis zehn Jahren soll der Baum auch Früchte liefern – der eigenen Vermicelles-Produktion steht nichts mehr im Wege.
Entstanden ist die Aktion im Rahmen des Projekts «Bern wachst zäme!». Dieses ist Teil der Bachelorarbeit von Carla Dietze an der ZHAW.

An rund zwei Dutzend Standorten gedeihen in Bern bereits Marronibäume, oder Edelkastanien (Castanea sativa), wie sie botanisch heissen. Dietze hat nun evaluiert, wo in der Stadt die grösste Potenziale liegen für eine Pflanzung.
Dabei ging es ihr unter anderem auch um soziale Aspekte wie die Nähe zu Familiengärten oder Schulen. Besonders geeignet scheinen etwa die Felsenau, Holligen und Teile von Bümpliz.
Wohl um dem «A» in ZHAW gerecht zu werden, hatte Carla Dietze die Idee, Marronibäume auch gleich zu verteilen.
Die ZHAW unterstützte und finanzierte dieses Vorhaben: Einen Baum pro 1000 Einwohner – damit würde sich der Marroni-Bestand glatt versechsfachen. Aber auch Stadtgrün Bern und der Verein Sirkku seien begeistert gewesen, teilt die ZHAW dem BärnerBär mit.
Breite und Höhe: Ein Marronibaum braucht Platz
Nebst den essbaren Früchten bringt ein Marronibaum insbesondere in der Stadt noch weitere Vorteile mit sich. Mit seiner hohen Hitze- und Trockenresistenz ist er ideal an den fortschreitenden Klimawandel angepasst, wie er sich diesen Sommer manifestierte.
Mit seiner Blätterkrone trägt er umgekehrt auch dazu bei, Hitzeinseln zu kühlen. Die Stadt Bern will denn auch zusätzlich weitere Marronibäume auf öffentlichen Flächen pflanzen.

Ein wenig Vor- und Rücksicht ist dennoch geboten, denn die Bäume benötigen gemäss Flyer «langfristig genügend Platz». Etwa vier Meter Abstand zum Haus brauche es schon, heisst es auf Anfrage.
Allerdings verteile man unter anderem auch Sorten, welche gut schnittverträglich seien und nicht so gross würden wie die Wildform. Diese wird zwischen 15 bis über 25 Meter hoch.
Genügend Abstand zu Nachbars Garten sollte man auch beachten – oder sich mit dem Nachbarn absprechen. Bei der Verteilung an zwei Terminen im Dezember wird so oder so noch eine Broschüre mit Pflanz- und Pflegetipps abgegeben. Zum Beispiel, dass dann gerade auch die ideale Pflanzzeit für die Setzlinge wäre.








