Simmentaler Gemeinden sistieren Mitarbeit an Gewässerrichtplan

Mehrere Gemeinden und Wasserbauträger im Simmental sistieren ihre Mitarbeit am Gewässerrichtplan Simme. Das geht aus einem am Freitag publizierten offenen Brief hervor. Auslöser ist der geplante Rückbau des Simmewehrs in Wimmis.

Mehrere Gemeinden wollen einstweilen nicht mehr am Gewässerrichtplan Simme mitarbeiten. (Archivbild)
Mehrere Gemeinden wollen einstweilen nicht mehr am Gewässerrichtplan Simme mitarbeiten. (Archivbild) - KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Dabei handelt es sich um eine Ausgleichsmassnnahme, auf die sich der Kanton Bern, die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) und Umweltverbände im Zug des sogenannten Wasserkraft-Kompromisses vom Dezember 2025 geeinigt haben.

Die Gemeinden Oberwil i.S., Därstetten, Erlenbach i.S., Wimmis und Boltigen sowie zwei Schwellenkorporationen kritisieren, dass sie aus den Medien von den Plänen erfahren haben. Sie stören sich daran, dass das seit Jahrzehnten betriebene Kraftwerk für geschätzte 55 Millionen Franken rückgebaut werden soll.

Dadurch würde auch die seit Jahren laufenden Arbeiten am Gewässerrichtplan Simme in Frage gestellt, der die Gemeinden viel Geld koste. Der Plan ist seit 2022 in Ausarbeitung und soll die Grundlagen für Nutzung, Schutz und Entwicklung des Gewässers liefern.

Die Gemeinden wollen die Mitarbeit am Gewässerrichtplan erst wieder aufnehmen, wenn die Pläne für den Rückbau des Simmewehrs aufgegeben werden.

Die mit dem Wasserkraft-Kompromiss vereinbarten zusätzlichen ökologischen Ausgleichsmassnahmen sollen den Weg frei machen für den Neubau des Speichersees und des Kraftwerks Trift im Gadmental sowie die Vergrösserung des Grimselsees. Weiter legen sie den Grundstein für das Oberaarsee-Projekt.

Das sorgt nicht nur in Wimmis und Umgebung für Irritationen. Auch die Gemeinde Innertkirchen fühlt sich übergangen – nicht zuletzt deshalb, weil sie sich seit Jahren gegen neue Schutzgebiete stellt, die aus ihrer Sicht eine wirtschaftliche und touristische Entwicklung verhindern würden.

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