Schwyzer Kantonsrat genehmigt höhere Ausgaben für Strassensanierung
Der Kanton Schwyz hat sich bei der Sanierung der Hauptstrasse bei Gersau um 6,2 Millionen Franken verschätzt. Im Kantonsrat gingen darob die Wogen hoch, letztlich bewilligte er die erhöhten Ausgaben jedoch deutlich.

Mit 85 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen gab der Rat seinen Segen. Somit kann der Kanton Schwyz insgesamt 37,2 Millionen Franken für die Sanierung eines 600 Meter langen Abschnitts der Hauptstrasse bei Ober Nas, Rotschuo, ausgeben. Ursprünglich hatte der Kantonsrat im Juni 2025 Ausgaben von rund 31 Millionen Franken genehmigt.
Hüben wie drüben gab es im Ratssaal Kritik für die erhöhten Kosten des Projekts auf der Strasse zwischen Küssnacht und Brunnen. Lorenz Ilg (GLP) sagte, der Kanton lasse sich von der Baubranche «auspressen» wie eine Zitrone.
Dass das Projekt teurer wird als zunächst angenommen, zeigte sich beim Eingang der Offerten für die Arbeiten im Mai 2026: Alle Angebote lagen mindestens rund 6 Millionen Franken über dem Kostenvoranschlag.
Ins gleiche Horn wie Ilg blies Fredy Prachoinig (SVP). Er sah sich und den Kanton als Opfer einer Entwicklung auf dem Tiefbaumarkt, die er als «Überhitzung» bezeichnete.
Weitere Votanten aus der SVP, die selbst in der Baubranche tätig sind, zeigten hingegen Verständnis für die gestiegenen Kosten. FDP-Vertreter Stefan Christen sagte, der Kantonsrat müsse die bittere Pille wohl schlucken. Zu tiefe Kostenvoranschläge kämen vor.
Regierung «nicht amused»
Bauvorsteher André Rüegsegger (SVP) betonte, auch die Regierung sei über die erhöhten Kosten «nicht amused». Die Erhöhung der Ausgabenbewilligung war gemäss Vorlage jedoch «unumgänglich». Im Tiefbau hätten sich die Preise seit dem Kostenvoranschlag 2024 weiter erhöht. Es sei nun besser, zum jetzigen Zeitpunkt über den Kredit zu befinden, sagte Rüegsegger. Die Chance, dass die Kosten in Zukunft noch sinken würden, seien «klein».
Die Sanierung sieht unter anderem eine Verbreiterung der Strasse vor und eine seeseitige Stützkonstruktionen vor. Die betroffene Strasse sei in die Jahre gekommen und weise Schäden am Trassee sowie an den bestehenden Kunstbauten auf. Der Bau soll Anfang 2027 starten und rund drei Jahre dauern. Erste Vorarbeiten wurden bereits vorgenommen.






