Wetzikon ZH: Vorwürfe gegen Stadtschreiberin nicht bestätigt
Ein Kulturcheck der Stadtverwaltung Wetzikon ZH bestätigt die anonymen Vorwürfe gegen die Stadtschreiberin nicht.

Der Stadtrat Wetzikon hat auf der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten einen «Kulturcheck» durchführen lassen. Hintergrund der Abklärungen waren anonyme Meldungen an die externe Vertrauensstelle der Stadt Wetzikon, welche das Führungsverhalten der Stadtschreiberin betrafen. Die Meldungen wurden in den bisherigen Abklärungen nicht bestätigt.
Nun wendet sich der Stadtrat an die Kantonale Ombudsstelle.
Im April dieses Jahrs wurde der Stadtrat von der externen Vertrauensstelle der Stadtverwaltung über anonyme Meldungen informiert, welche das Führungsverhalten der Stadtschreiberin kritisierten. Der Stadtrat nimmt solche Hinweise immer ernst und hat deshalb die entsprechenden Abklärungen in Auftrag gegeben. Diese wurden durch die Firma Integrity Plus AG aus Zürich durchgeführt, welche auf die Abklärung von Missständen in öffentlich-rechtlichen Organisationen spezialisiert ist.
Der so genannte «Kulturcheck» wurde mittels Befragungen einer für den betroffenen Arbeitsbereich repräsentativen Auswahl von Personen aus unterschiedlichen Hierarchiestufen der Stadtverwaltung umgesetzt. Die Mitarbeitenden wurden zu Themen der Zusammenarbeit im Team, Kommunikation und Führung befragt.
Erkenntnisse des Kulturchecks
Seit Ende Juli liegt der Abschlussbericht vor. Der Stadtrat stellt fest, dass der Kulturcheck insgesamt eine positive Beurteilung der Arbeitskultur und der Führungssituation innerhalb der untersuchten Organisationseinheiten ergeben hat. Im Rahmen des Kulturchecks hat sich keine Bestätigung der gegenüber der Stadtschreiberin erhobenen Vorwürfe ergeben.
Trotz mehrmaliger Rückfrage bei der Meldestelle und nachträglicher Abklärungen, liegen dem Stadtrat keinerlei Dokumente oder konkrete Schilderungen von Sachverhalten vor, welche im Rahmen einer weitergehenden Untersuchung geprüft werden könnten. Auch weitere nachträgliche Abklärungen haben keine konkreten und überprüfbaren Tatsachen ergeben, welche weitere Untersuchungen rechtfertigen würden.
Der Stadtrat hält deshalb fest, dass nach Abschluss des Kulturchecks und der ergänzenden Sachverhaltsabklärungen keine Hinweise auf Pflichtverletzungen, insbesondere keine Hinweise auf Integritätsverletzungen, missbräuchliches Führungsverhalten oder andere personalrechtlich relevante Verfehlungen der Stadtschreiberin vorliegen.
Einbezug der Kantonalen Ombudsstelle
Während und nach Abschluss des Kulturchecks wurden von einer unbekannten Stelle wiederholt anonyme Schreiben an verschiedene Mitarbeitende sowie an das Parlament versendet. Die Schreiben enthalten Vorwürfe an die Stadtschreiberin und kritisieren das Vorgehen des Stadtrats, insbesondere zum Kulturcheck.
Der Stadtrat beachtet sowohl die Vorwürfe als auch die Kritik am Vorgehen. Gleichzeitig kann er die Verbreitung von persönlichen Anschuldigungen ohne Vorliegen von fundierten Hinweisen oder konkreten Ereignisberichten nicht länger hinnehmen. Er hat deshalb beschlossen, sich an die Ombudsstelle des Kantons Zürich zu wenden und diese um eine Prüfung der Sachlage zu ersuchen.
Die Ombudsstelle ist eine kantonale Behörde, welche zwischen dem Kantonsparlament und der Justiz steht. Gemäss der Wetziker Gemeindeordnung kann die kantonale Ombudsperson prüfen, ob die Behörden von Wetzikon rechtmässig, angemessen und fair verfahren. Sie kann den Beteiligten Rat erteilen, zwischen ihnen vermitteln oder eine schriftliche Empfehlung erlassen.
Durch den Einbezug dieser neutralen staatlichen Stelle soll auf allen Seiten Vertrauen geschaffen werden.
Weitere Massnahmen des Stadtrats
Der Bericht zum «Kulturcheck» enthält allgemeine Empfehlungen zur Führungskultur, die der Stadtrat gerne in geeigneter Form berücksichtigt. Der Stadtrat hat die Weiterentwicklung eines gemeinsamen Führungs- und Kulturverständnisses bereits vor dem Kulturcheck als strategische Zielsetzung für die neue Legislatur definiert. Entsprechend wird das Thema auf verschiedenen Ebenen bereits aktiv bearbeitet.
Die Ergebnisse des Kulturchecks liefern hierzu zusätzliche Hinweise und bestätigen die Notwendigkeit, insbesondere die Führungsentwicklung auf allen Ebenen weiter zu stärken, den Informationsfluss zu verbessern sowie die bereichsübergreifende Zusammenarbeit konsequent weiterzuentwickeln.
Die Geschäftsleitung hat sich im Rahmen ihrer Klausur vertieft mit dem gemeinsamen Führungs- und Kulturverständnis auseinandergesetzt. Auch der Stadtrat wird dieses Thema an seiner Klausur Ende September 2026 als Fokusthema behandeln. Er wird über die definierten Projekte und das weitere Vorgehen informieren, sobald die entsprechenden Beschlüsse vorliegen.









