Neuer Aargauer Lehrplan: Benotung bereitet Kopfzerbrechen

Keystone-SDA Regional
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Aarau,

Im Schlussbericht an den Grossen Rat zieht der Aargauer Regierungsrat ein grundsätzlich positives Fazit zum neuen Lehrplan. Die Benotung der Schülerinnen und Schüler sorge bei den Lehrpersonen jedoch für Kopfzerbrechen.

Der Fremdsprachenunterricht und die Benotung bereiten an der Aargauer Volksschule Mühe. (Symbolbild)
Der Fremdsprachenunterricht und die Benotung bereiten an der Aargauer Volksschule Mühe. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

«Lehrpersonen investieren viel Zeit, um die erzielten Fortschritte und gezeigten Leistungen zu beurteilen und die Bewertung zu erklären», schreibt der Regierungsrat zum am Freitag veröffentlichten «Ergebnisbericht Standortbestimmung Aargauer Lehrplan Volksschule».

Die Lehrpersonen kämpften aber mit widersprüchlichen Erwartungen von Eltern und Politik und pädagogischen Ansprüchen. «Sie wünschen sich klarere und einfachere Bewertungssysteme», heisst es.

Auch das Thema Fremdsprachen wirft gemäss Medienmitteilung Fragen auf. Denn das Lernen einer zweiten Fremdsprache schon in der Primarschule überfordere viele Kinder. Vor allem Kinder mit angepassten Lernzielen hätten kaum Erfolgschancen, wird im Schlussbericht ausgeführt. Zudem fehlten in der Realschule ausgebaute Wahlmöglichkeiten bei den Fremdsprachen.

Als positiv würden hingegen die zusätzlichen Lektionen für die Kernfächer beurteilt, schreibt der Regierungsrat in der Medienmitteilung weiter. Die neuen Stundentafeln, sprich die wöchentliche Unterrichtszeit pro Fach, würden mehrheitlich als ausgewogen wahrgenommen.

Auch der kompetenzorientierte Unterricht werde an den Schulen umgesetzt. Die Auseinandersetzung damit habe oft zu einer engeren Zusammenarbeit im Kollegium geführt.

Als nächstes werde das Bildungsdepartement die Beurteilungsinstrumente überarbeiten. Das heisst unter anderem, dass die Beurteilungsformen für den Kindergarten sowie die 1. und 2. Klasse überarbeitet werden. Weiter würden mehrere Strategien zum Thema Sprachen erarbeitet, die sich auch den Fremdsprachen Englisch und Französisch widmen sollen.

Als weitere Massnahme würden die zu erreichenden Lehrplanziele für den Übertritt von der Volksschule ans Gymnasium konkretisiert. Dies diene dient dazu, mehr Klarheit zu schaffen und den Unterricht weiter zu verbessern.

Der neue Aargauer Lehrplan kommt seit drei Jahren an der Volksschule zum Einsatz. Für den nun vorliegenden Schlussbericht hat die Abteilung Volksschule des Bildungsdepartements im Herbst unter anderem Interviews mit über 100 Lehrpersonen und Schulleitungen in vier Regionen durchgeführt.

Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat, den Schlussbericht zur Kenntnis zu nehmen.

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Kommentare

User #4885 (nicht angemeldet)

Benotung ist einfach. GUTE LEISTUNG, GUTE NOTE, schlechte Leistung, schlechte Note. So wissen Kinder und ihre Eltern was Phase ist. Wo Nachholbedarf ist Das Eltern ihre Kinder für hyperintelligent halten, weil es sich die Klettverschlüsse mit 12 selber zumachen kann. Ist nicht das Thema der Benotung. Sonder die Einstellung der Eltern

User #6444 (nicht angemeldet)

Als alter Sack beobachte ich die aktuelle Debatte um den Aargauer Lehrplan mit Sorge. Wenn Benotung zum „Kopfzerbrechen“ wird, weil wir versuchen, jedes Kind vor negativem Feedback zu schützen, erweisen wir ihnen einen Bärendienst. Übermäßige positive Bestärkung ohne klaren Leistungsbezug verhindert die Entwicklung von Resilienz. Wahre Meisterschaft – wie wir sie bei Shaolin-Mönchen bewundern – entsteht nicht durch Schonung, sondern durch das Überwinden echter Hürden. Die Realität außerhalb der Schule ist oft emotionslos: Sie bewertet das Ergebnis, nicht das bloße Bemühen. Ehrliches Feedback ist kein Angriff, sondern das Fundament für echte Selbstwirksamkeit. Wir müssen Kinder lehren, an Widerständen zu wachsen, statt die Welt um sie herum weichzuspülen.

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