Uerkheim

Rechnungsabschluss 2025: Positiv dank Steuerfusserhöhung

Gemeinde Uerkheim
Gemeinde Uerkheim

Suhrental,

Die Rechnung 2025 der Gemeinde Uerkheim zeigt sich auf den ersten Blick überzeugend. In der Detailanalyse ist sie jedoch mit strukturellen Schwächen behaftet.

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Die Rechnung 2025 der Gemeinde Uerkheim schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 99’385,63 Franken ab. (Symbolbild) - Depositphotos

Wie die Gemeinde Uerkheim schreibt, schliesst die Rechnung 2025 mit einem grundsätzlich erfreulichen, gleichzeitig aber auch «trügerischen» Ertragsüberschuss von 99’385,63 Franken ab (Vorjahr: Aufwandüberschuss 215’598,21 Franken).

Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 7429 Franken.

Dieses positive Ergebnis darf aufgrund verschiedener, zugrundeliegender Sonder- und Einmalereignisse in keinster Art und Weise überbewertet werden.

Ein Grund für das positive Ergebnis: die Steuerfusserhöhung

Das vorliegende Ergebnis ist zum einen auf die Steuerfusserhöhung von 4 Prozent von 119 Prozent auf 123 Prozent zurückzuführen.

Zusätzlich konnten vor allem im Bereich der Vereinnahmung von Einkommenssteuern aus den Vorjahren ausserordentlich positive Ergebnisse gegenüber dem Budget erzielt werden, welche als Einzelfälle zu bewerten sind und sich in dieser Form respektive in diesem Ausmass nicht jährlich wiederholen werden.

Diesbezüglich gilt es auch auf die gemeinderätlichen Ausführungen zum Steuerabschluss 2025 vom 2. Februar 2026 zu verweisen.

Markanter Anstieg bei Pflegefinanzierungskosten

Wie bereits in den Vorjahren mussten wiederum massiv höhere Auslagen als erwartet im Bereich der nicht beeinflussbaren Positionen hingenommen werden.

In erster Linie sind die markant höheren und weiterhin nicht nur stetig, sondern in übermässigem und gefühlt unaufhaltsamen Masse steigenden von den Gemeinden zu tragenden Pflegefinanzierungskosten (plus 146’208,85 Franken (!) gegenüber dem Vorjahr und plus 222’851,90 Franken (!!) gegenüber dem Budget 2025) anzuführen.

Dies trotz des in den jeweiligen Jahren angewandten Budgetierungsgrundsatz die Vorjahrszahlen mit einer bereits mit aufgerechneten Aufwandsteigerung einzustellen.

Auch die Schulgelder für Berufsschulen fielen erwartungsgemäss höher aus als budgetiert (plus 30’712,50 Franken).

Anliegen Gemeinderat: Nachhaltig und vorausschauend mit Ressourcen umgehen

Der Gemeinderat hält fest, dass er auch im Rechnungsjahr 2025 stark darauf geachtet hat, im Bereich der beeinflussbaren Positionen haushälterisch, nachhaltig, sorgsam und vorausschauend mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen, was ihm grossmehrheitlich auch gelungen ist.

Der Gemeinderat ist bestrebt, diesbezüglich auch in Zukunft aus finanzpolitischer Sicht passende sowie auch tragbare Lösungen zu finden und entsprechend zum Wohle der Gemeinde Uerkheim umzusetzen.

Dies soweit es in seiner Macht steht.

Fazit des Gemeinderates

Der Gemeinderat hat den bereits alarmierenden Rechnungsabschluss 2023 zum Anlass genommen, um zusammen mit der Finanzkommission eine sorgfältige und umfassende Budgetplanung 2025 ab Sommer 2024 vorzunehmen.

Daraus resultierend wurde bereits für das Jahr 2025 ein Budget mit einem marginalen Aufwandüberschuss vorgelegt, welches gleichzeitig eine Steuerfusserhöhung von 4 Prozent von bisher 119 Prozent auf neu 123 Prozent vorsah. Dieses wurde von der Gemeindeversammlung vom 22. November 2024 genehmigt und ist per Anfang 2025 in Rechtskraft erwachsen.

Der nun vorliegende Rechnungsabschluss 2025 zeigt auf, dass ohne einen speziellen Sondereffekt im Bereich der Steuereinnahmen, welcher in den Folgejahren nicht mehr vorkommen wird, der nun vorliegende Rechnungsabschluss nicht im Plus, sondern eher analog der Vorjahre 2023 und 2024 im Minusbereich von circa 200'000 bis 250'000 Franken ausgefallen wäre.

Nicht beeinflussbare Kosten steigen massiv an

Die nicht beeinflussbaren Kosten steigen weiter massiv an. Vor allem im Bereich der Pflegefinanzierung erscheint der Peak immer noch nicht erreicht und die durch die Gemeinde zu tragenden Auslagen steigen weiter ins Unermessliche.

Die Bemühungen der Kantonsregierung diese Entwicklung einzudämmen, erscheinen mittlerweile inexistent.

Im Gegenteil ist es so, dass der Kanton Aargau stetig positive Abschlüsse erzielt, während die Gemeinden unter der Last der von ihnen zu tragenden nicht beeinflussbaren Kosten ächzen respektive beinahe einzugehen drohen.

Die Gemeinde Uerkheim hat stark mit der Bewältigung der vorgeschriebenen Transferaufwände zu kämpfen respektive diese lassen beinahe keine Luft mehr, um im Bereich der beeinflussbaren Kosten die eigene Entwicklung der Gemeinde voranzubringen, respektive eine gesunde eigenständige Zukunft zu bewerkstelligen respektive finanzieren zu können.

Weiteres Vorgehen zum Rechnungsabschluss der Einwohnergemeinde

Der Gemeinderat hat dazu in der Vergangenheit bereits klar Position bezogen und erklärt, dass weiterhin das Notwendige, wo irgendwie möglich, vom Wünschbaren zu trennen ist. Gleichwohl soll kein Investitionsrückstau generiert oder die Gemeinde einfach nur noch «verwaltet» oder «zu Tode gespart» werden.

Im Bereich der Rechnung der Einwohnergemeinde aber auch der Spezialfinanzierungen darf mit Blick auf die jeweiligen Finanzpläne festgestellt werden, dass sehr viele Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten, aber auch die Schaffung von gesetzlich geforderten Planungsinstrumenten noch an die Hand zu nehmen sind.

All dies wird wiederum Kosten generieren. Gleiches gilt auch für die finanzielle Belastung, welche die Abschreibungen, resultierend an den umzusetzenden vorgenannten Arbeiten (Erarbeitung von Planungsgrundlagen; Umsetzung von Infrastruktur-, Sanierungs- und Unterhaltsprojekten und so weiter) im Bereich der zukünftigen Jahresrechnungen respektive Budgets zu tragen sind.

Ziel: Realistisches und transparentes Budget 2027

Die Budgeterstellung 2027 wird somit wiederum zur Herausforderung. Der Gemeinderat ist dankbar, dass er zusammen mit der Finanzkommission bereits im Zuge der Budgeterarbeitung für das Jahr 2026 festgelegt hat, dass wiederum im August 2026 zusammengesessen wird, und gemeinsam die grundlegende Budgeterarbeitung vorgenommen wird.

Trotz vieler Stolpersteine und auch der erwähnten steigenden Kosten in den nicht beeinflussbaren Bereichen, ist der Gemeinderat bestrebt, ein realistisches und transparentes Budget 2027 präsentieren zu können, welches die finanzielle Situation der Gemeinde Uerkheim für die Bevölkerung in nachvollziehbarer sowie «ehrlicher» Art und Weise schonungslos darlegt.

Gleiches gilt für die rollende Finanzplanung, welche vom Gemeinderat jeweils nach der Budgeterstellung für das kommende Jahr, auf der Basis der entsprechenden Zahlen aktualisiert und jeweils zu Handen der Winter-Gemeindeversammlung mit aufgelegt wird.

Die gemeinsame Sitzung Gemeinderat/Finanzkommission findet Ende August 2026 statt.

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