Stadt Bern

    «Man kann das»: Bernerin verzichtet 31 Tage auf das Auto

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Erika Gäggeler hat das Experiment gewagt und im Rahmen der «31 Days» Challenge einen Monat lang auf das Auto verzichtet.

    Erika Gäggeler 31 Days
    Erika Gäggeler aus Bern hat an der «31 Days» Challenge teilgenommen. - zvg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Stadt Bern nimmt an der «31 Days» Challenge teil: Einen Monat lang sollen Teilnehmende auf ihr Auto verzichten.
    • Erika Gäggeler hat den Versuch gewagt und berichtet von ihren Erfahrungen.
    • Trotz positiver Bilanz: Ganz auf das Auto verzichten will sie in Zukunft nicht.

    Einen ganzen Monat lang auf sein Auto verzichten: Dieser Herausforderung stellen sich dieses Jahr auch einige Bernerinnen und Berner.

    Bei der von der Alliance SwissPass koordinierten «31 Days» Challenge macht 2026 auch die Stadt Bern mit. Wer sein Auto stehen lässt, erhält dafür ein Schnupper-GA für einen Monat, ein PubliBike-Abo und Zugang zum Carsharing-Netz von Mobility.

    Zu den Teilnehmenden gehört auch Erika Gäggeler. Dem BärnerBär berichtet sie von ihren Erfahrungen und den Hindernissen, denen sie als 64-jährige, Enkel hütende Grossmutter begegnete. PubliBike und Mobility hat sie nicht genutzt, findet aber grundsätzlich zur «31 Days» Challenge: «Man kann das – Das ist keine Frage.»

    Überwindbare und unüberwindbare Hürden

    Es gebe schon Einiges, auf das man nicht gefasst sei, aber vieles sei auch Gewohnheitssache, so Gäggeler. Einkaufen ging sehr gut, aber beim Kinderhüten musste sie sich organisieren.

    Gerade mit dem Kinderwagen komme man nicht überall gleich gut durch: «Das war mir vorab nicht in dem Ausmass bewusst, auch wenn ich es natürlich vermutet habe.»

    GA Generalabonnement
    Ein Fahrgast präsentiert einer Kontrolleurin sein GA. - keystone

    Zum Beispiel die Wagen der S4 Richtung Thun, die wegen der zu kurzen Perrons teilweise geschlossen bleiben bis Uetendorf: Da hiess es Kinderwagen tragen. «Und das war gleich am ersten Tag», seufzt Gäggeler.

    «Oder es heisst, der Zug halte im Sektor F bis G, und dann muss man dennoch beim Sektor A einsteigen. So schnell bin ich dann auch wieder nicht.»

    PubliBike
    Fahrräder und E-Bikes von PubliBike parkiert beim Bahnhofplatz in Bern. - keystone

    Geschätzt hat Erika Gäggeler, dass sie schnell in die grossen Städte kommt. Doch wenn es aufs Land hinaus gehe, brauche es eine gute Planung. Gewisse Strecken seien «nicht so gäbig», anderes ging gleich gar nicht: «Wir haben ein Boot in Portalban, da muss man auch mal Material mitnehmen.»

    So ein GA: «schon toll»

    Abgesehen davon aber zieht Erika Gäggeler eine positive Bilanz ihres autofreien Monats. Geholfen haben mag da wohl auch die Motivation: «Ich fahre sehr gerne Zug – ich komme aus einer Bähnler-Familie, mein Vater war Stationsvorstand.»

    Einen zusätzlichen Anreiz, auf das Auto zu verzichten, habe der sehr heisse Juni geliefert: «Ich wollte ja nicht die Ozon-Werte mit Autoabgasen noch zusätzlich hochtreiben.»

    Kinderwagen ÖV Zug
    Mit dem Kinderwagen im ÖV unterwegs zu sein, kann je nach dem zur Herausforderung werden. (Symbolbild) - keystone

    Ein völliger ÖV-Neuling ist Gäggeler also nicht und auch die Vorteile eines GA kannte sie bereits. «Wir hatten auch das Familien-GA, als die Kinder kleiner waren und wir ausserhalb der Stadt wohnten. Heute würde ich es wohl nicht rausschlagen.»

    Dank der «31 Days» Challenge ist sie nun wieder auf den Geschmack gekommen. «So für einen Monat – das werde ich mir sicher ab und zu leisten. Zwischendurch habe ich mir schon gedacht: Das wäre schon toll.»

    Empfehlung und Verbesserungspotenzial

    Die Resultate der «31 Days» Challenge aus den Vorjahren in verschiedenen Schweizer Städten zeigen: Das Verhalten der Teilnehmenden hat sich tatsächlich verändert, einige haben aufgrund der gemachten Erfahrungen gar ihr Auto verkauft. So weit würde Erika Gäggeler «im Moment» zwar nicht gehen, aber: «Mal ein Sparbillett für einen Ausflug, das werde ich weiterhin machen.»

    Könntest du dir vorstellen, für einen Monat auf dein Auto zu verzichten?

    Die «31 Days» Challenge empfiehlt sie jedenfalls weiter, gerade auch Familien sollten sich daran wagen, findet sie. Und: «Es wäre wohl gut, wenn auch Leute vom Land das mal versuchen würden. In der Stadt ist es sicher einfacher, sich nur mit dem ÖV fortzubewegen.»

    Denn bei allem Stress mit Sektor-Änderungen und Kinderwagen-Transporten: «Der ÖV bei uns ist wirklich eigentlich super – es hat einfach gewisse Sachen, die noch besser gingen.»

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    Kommentare

    User #1100 (nicht angemeldet)

    Würde ich in der Stadt leben, wäre das gür mich evtl. auch ne Obtion. Aber ganz sicher nicht auf dem Lande.

    User #6021 (nicht angemeldet)

    SBB ist viel zu teuer als das Benzin. Gell!

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