Luzerner Stadtrat erteilt «Citylink» eine klare Absage
Den Luzerner Stadtrat erteilt dem der «Citylink»-Initiative eine klare Absage. Die geforderte Seilbahn zwischen Ibach und Altstadt bringe den gewünschten Nutzen weder für die Mobilität noch für den Tourismus.

Eine urbane Seilbahn: Die Idee klinge zwar «sehr verlockend» und sei «originell», sagte der Stadtluzerner Mobilitätsdirektor Marco Baumann (FDP) am Freitag vor den Medien. Doch überzeuge das Projekt «Citylink» zu wenig. Die Seilbahn sei «nicht notwendig, nicht zweckmässig und auch nicht verhältnismässig».
Erklärtes Ziel der Initiative ist insbesondere, die Innenstadt von Reisebussen zu befreien und heutige Halteplätze aufwerten zu können. Demnach würden die Cars künftig an einem neuen Terminal in Ibach halten. Von dort würde eine neue Seilbahn oberirdisch und ab dem Kantonsspital durch einen Tunnel die Menschen in die Innenstadt transportieren.
Daniel Meier, Leiter des städtischen Tiefbauamts, erläuterte die zahlreichen Argumente, die aus Sicht der Stadt gegen die Initiative sprechen. So bringe «Citylink» nicht die gewünschte Entlastung, sondern führe im Gegenteil mit einem zusätzlichen Parkhaus, das auch Platz für 300 bis 400 Privatautos bieten soll, zu Mehrverkehr. Bei einer Kapazität von 5000 Personen pro Stunde würde die geplante Seilbahnstation in der Altstadt für ein grosses Personenaufkommen auf kleinem Raum sorgen. Die Erschliessung von Ibach mit dem öffentlichen Verkehr werde mit dem kommenden Fahrplanwechsel 2026 ohnehin Tatsache, eine Seilbahn brauche es dafür nicht.
Die Stadt hält die Rentabilität des Projekts zudem für «nicht plausibel». Müsste der Seilbahnbetrieb Konkurs anmelden, würden die Kosten auf die Bevölkerung zurückfallen: Für den Rückbau wäre dann die Stadt verantwortlich. Ein Businessplan liege der Stadt nicht vor.
Die Interessengemeinschaft hinter der Initiative verspricht, die Kosten von 150 bis 190 Millionen Franken würden privat übernommen. Die Stadt müsste dafür allerdings die Rahmenbedingungen schaffen und soll Grundstücke vergünstigt im Baurecht abgeben.
Das Plangenehmigungsverfahren auf allen drei Staatsebenen sei «komplex» – die Stadt beurteile die Bewilligungsfähigkeit des Projekts als «kritisch». Dies etwa, weil im Friedental schützenswerte Ortsbilder betroffen sind, Waldrodungen nötig wären und für eine Bewilligung durch den Bund ein nationales Interesse nachgewiesen sein muss, wie Meier weiter erklärte.
Auch mit «Citylink» würde das Stadtzentrum nicht reisebusfrei, hiess es an der Medienveranstaltung weiter. Die gegenwärtigen «Hebel» zur Steuerung der Busse und Tourismusströme reichten aus, sagte Baumann. Zudem stellte der Stadtrat Anpassungen in Aussicht: Eine Erhöhung der Haltegebühren für die Plätze in der Innenstadt oder weitere Gebühren kämen in Frage. Der Reisebusverkehr könnte zeitlich gestaffelt und die maximale Anzahl Busse begrenzt werden. Der Stadtrat verfügt über die Kompetenzen, das Regime entsprechend anzupassen. Ob er dies tut, hänge von der Entwicklung der Reisebusfrequenzen ab, sagte Baumann auf Nachfrage von Keystone-SDA. «Wir konnten schon einen erheblichen Effekt verzeichnen», so Baumann weiter. Seit der Einführung der Haltegebühr von 100 Franken am 1. April 2025 reduzierten sich die Busbewegungen auf dem Schwanenplatz um gut die Hälfte.
Als Nächstes berät das Stadtparlament, der Grosse Stadtrat, über das Projekt. Die Volksabstimmung soll im Februar 2027 darüber abstimmen. Die Initiantinnen und Initianten schreiben auf ihrer Webseite, das Projekt sei bis 2033 realisierbar. Sie versprechen eine effiziente Planung.






