Kritische PFAS-Werte in einigen Zürcher Milchproben nachgewiesen
Ein Milchmonitoring des Kantons Zürich hat in elf Prozent der Proben PFAS-Werte beim oder über dem Richtwert festgestellt. Fast alle Milchviehbetriebe nahmen am Monitoring teil. Die Betriebe mit den heiklen Werten der Ewigkeitschemikalien werden durch den Kanton unterstützt.

Experten helfen dabei, die Ursachen für die Belastung zu ermittteln oder beraten die Landwirtschaftsbetriebe über das weitere Vorgehen, wie der Kanton Zürich am Donnerstag mitteilte. Er betont, dass von 732 getesteten Betrieben in 89 Prozent der Fälle keine Belastung zu finden war oder die Rückstände deutlich unter dem in der Schweiz diskutierten Richtwert lagen.
Bei der festgestellten Belastung handelt es sich laut Mitteilung ausschliesslich um die in der Schweiz seit 2011 verbotene Substanz PFOS (Perfluoroctansulfonsäure). Diese wurde in der Vergangenheit breit eingesetzt, unter anderem in Feuerlöschschäumen, Verpackungsmaterial oder Oberflächenbeschichtungen.
Der Richtwert bezeichnet den Punkt, ab dem auf einem Landwirtschaftsbetrieb weitergehende Abklärungen zur Ursache der PFAS-Belastung empfohlen werden. Einen gesetzlichen Höchstwert gibt es in der Schweiz noch nicht.
Die Teilnahme am Monitoring war freiwillig. Dass so viele Betreibe dazu bereit waren, wertet der Kanton als Zeichen für deren grosses Interesse an qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.
PFAS sind synthetisch hergestellte Chemikalien, die in zahlreichen industriellen Prozessen eingesetzt werden und in vielen Produkten zu finden sind. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und weisen eine hohe thermische und chemische Stabilität auf. Deshalb bauen sie sich in der Umwelt praktisch nicht ab und werden auch «Ewigkeitschemikalien» genannt.
Über Böden und Gewässer gelangen PFAS ins Trinkwasser sowie in Lebensmittel. Im menschlichen Körper können PFAS möglicherweise zu Störungen des Immunsystems, des Fettstoffwechsels und des Wachstums oder zu Krebs führen. Obwohl durch den Konsum einzelner Lebensmittel, die PFAS enthalten, gemäss aktuellem Wissensstand keine akute gesundheitliche Gefährdung entsteht, soll die Belastung der Bevölkerung mit PFAS möglichst tief gehalten werden.
Die Grünen und der WWF kritisierten die Ergebnisse bereits. Der Regierungsrat spiele die gesundheitlichen Risiken herunter, schreiben die Grünen des Kantons Zürich. «Wissenschaftliche Studien zeigen klar, dass PFAS mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung stehen», wird Kantonsrat Benjamin Walder zitiert. Es brauche verbindliche PFAS-Grenzwerte des Bundes.
Der WWF hält fest, dass es entschlossenes Handeln brauche. Dazu gehörten eine Strategie zur Reduktion von PFAS, Vermeidung an der Quelle und wissenschaftlich solide Grenzwerte. Die 11 Prozent kritischen Proben hält der WWF für bedenklich.






