Stadt Zürich

Kantonsrat will Sterbehilfe in Zürcher Spitälern erlauben

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Zürcher Kantonsrat hat sich für Sterbehilfe in allen Alterszentren und Spitälern ausgesprochen. Psychiatrien und Justizvollzugsanstalten bleiben ausgenommen. Ob das Thema an die Urne kommt, ist noch offen.

Der Zürcher Kantonsrat hat die Sterbehilfe-Initiative abgelehnt. Er stellt ihr aber einen ähnlichen Gegenvorschlag gegenüber. (Symbolbild)
Der Zürcher Kantonsrat hat die Sterbehilfe-Initiative abgelehnt. Er stellt ihr aber einen ähnlichen Gegenvorschlag gegenüber. (Symbolbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Besonders kontrovers war am Montag die Frage, ob jedes Alterszentrum Sterbehilfe dulden müsse. Auch wenn dies, etwa im Fall von religiös geprägten Heimen, gegen deren Überzeugungen geht. Vertreter von EDU und EVP sprachen sich scharf dagegen aus.

Die Debatte ähnelte derjenigen der ersten Lesung vor einigen Wochen. Damals entschied sich der Kantonsrat für einen Gegenvorschlag zur Initiative. Dieser unterscheidet sich darin, dass Justizvollzugsanstalten, Psychiatrien und ambulante Praxen, etwa Hausarztpraxen, Sterbehilfe nicht dulden müssen. Spitäler und Alterszentren müssten das, gleich wie bei der Initiative. Diesen Gegenvorschlag nahm der Rat am Montag mit 97 zu 66 Stimmen an.

Diskutiert wurde nun die Initiative «Selbstbestimmung am Lebensende in Alters- und Pflegeheimen». Dabei ging es in der Diskussion weniger um Spitäler oder Justizvollzugsanstalten, sondern um die privaten Heime, die sich gegen Sterbehilfe stellen.

Markus Schaaf (EVP, Zell) und Hans Egli (EDU, Steinmaur) betonten die christlichen, ethischen Werte und die Wirtschafts- und Glaubensfreiheit. «Assistierter Suizid ist in der Schweiz ein Businessmodell» warnte Schaaf, selber Leiter eines privaten Heims. Er wehrte sich gegen einen Zwang.

Umstritten war die Frage der Auswirkungen eines assistierten Suizids auf diese Heime. Brigitte Röösli (SP, Illnau-Effretikon) sagte, dass das Personal nichts damit zu tun haben müsse. «Es geht nur darum, dass jemand in seinen Räumlichkeiten selbstbestimmt sterben kann», sagte sie. Die Sterbehilfe leisteten Dritte. Roger Cadonau (EDU, Wetzikon) staunte. «Das geht tief in das Leben der Angestellten. Etwa wenn sie Menschen begleiten, die bald Sterbehilfe leisten oder danach die Polizei aufbieten müssen», sagte er.

Wie mehrere Redner festhielten, haben sich auch eher konservative Kantonsparlamente für Sterbehilfe in allen Alterszentren ausgesprochen, am Montag Luzern, kürzlich auch Nidwalden.

Die Initiative unterlag im Kantonsrat, 108 Ratsmitglieder lehnten sie ab, 64 stimmten zu. Offen ist nun, ob es überhaupt zu einer Volksabstimmung kommt. Die Initianten deuteten an, die Initiative zurückzuziehen, wenn der Gegenvorschlag zustande kommt. Der Rat entschied mit 112 zu 59 Stimmen, diesen der Initiative gegenüberzustellen. Sollte die Initiative zurückgezogen werden, könnte gegen den Gegenvorschlag das Referendum ergriffen werden. Falls nicht, würde dieser in Kraft treten.

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Kommentare

User #2575 (nicht angemeldet)

Es ist schlimm zu sehen wie frau rickli behauptet es sei möglich von wegen man muss angst haben nicht wie von ihrer partei und religösen geäussert wurde für das leben "angeblich" "gerret" werden muss selbst gegen den willen der person heute werden auch oft leider immernoch patientenverfügung ignoriert zwangs behandelt aber das wird ausgeblendet und ignoriert man muss aufpassen wie man was sagt das ist keine freiheit sondern dogma patneralismus ideolgisch religös. Kein arzt ist gezwungen oder andere mitarbeiter dort zu arbeiten sie können sich ihren job aussuchen wen sie mit dem sterben was dazu gehört nicht klar kommen falscher beruf keiner wird gezwungen sterbehilfe in anspruch zu nehmen so heuchler und leugner der realität siehe beispiel was in spanien wahr junge leute werden gezwungen zu leben für andere und nacher wundert man sich über harte suizide

User #5843 (nicht angemeldet)

ich bin für mehr Selbstbestimmung und Freiheit die religiösen und svp haben sich da raus zu halten.

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