Kantonsrat Schwyz sieht Grenzen der integrativen Förderung erreicht
Die Förderung von Kindern mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten droht nach Ansicht einer Mehrheit des Kantonsrats Schwyz die Regelklassen zu überlasten. Das Parlament verlangt deswegen vom Regierungsrat einen Bericht.

Der Kantonsrat hiess am Mittwoch mit 60 zu 34 Stimmen ein Postulat von Ueli Kistler (SVP) gut, das Fragen zur integrativen Förderung stellte. Kistler sagte, es gehe ihm nicht um die Abschaffung des integrativen Modells. Doch gebe es immer mehr Kinder mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten. Für die Durchschnittsschüler habe die Schule kaum mehr Zeit.
Der Regierungsrat lehnte den Vorstoss ab. Es gebe bereits genügend unterschiedliche Angebote von den Gemeinden und vom Kanton, erklärte er in seiner schriftlichen Antwort. Er warnte davor, dass eine Abkehr vom integrativen Modell gegen gesetzliche Vorgaben des Bundes und des Kantons verstossen könnte.
Im Kanton Schwyz müssen die Gemeinden eine niederschwellige integrative Förderung anbieten. Diese richtet sich an Kinder, welche die Regelklasse besuchen und Lern-, Leistungs- und Verhaltensprobleme haben. Freiwillig können die Gemeinden auch besondere Klassen für Kinder mit Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder mangelnden Deutschkenntnissen führen. Für weitergehende Massnahmen ist der Kanton zuständig.
Die meisten Fraktionen attestierten trotz teilweisen Bedenken dem Postulat, dass es wichtige Fragen aufwerfe. Julia Cotti (FDP) sagte: «Integration um jeden Preis ist nicht zielführend.»
Die Fraktion SP/Grüne sprach sich zwar für die integrative Förderung aus. Ein Teil der Fraktion unterstützte aber das Postulat und damit die Erarbeitung eines Regierungsberichts, damit im Interesse der Schüler die Bedürfnisse in dem Bereich aufgezeigt würden.
Gegen das Postulat waren Mitte und GLP. Der Vorstoss stelle die integrative Förderung in Frage, sagte Ruth von Euw (GLP). Es brauche zum jetzigen Zeitpunkt keine Grundsatzdebatte.










