Kantonsrat bewilligt mehr Geld für Schulneubau in Uetikon am See

Keystone-SDA Regional
Keystone-SDA Regional

Stäfa,

Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag einen höheren Kredit für die neue Kantonsschule und die Berufsfachschule in Uetikon am See bewilligt. Das Parlament sprach insgesamt 278,1 Millionen Franken für das Grossprojekt auf dem ehemaligen Chemie-Areal.

Der Zürcher Kantonsrat will, dass in Uetikon am See nicht nur eine neue Kantonsschule, sondern auch eine neue Berufsfachschule gebaut wird. Der Regierungsrat wollte die Berufsfachschul...
Der Zürcher Kantonsrat will, dass in Uetikon am See nicht nur eine neue Kantonsschule, sondern auch eine neue Berufsfachschule gebaut wird. Der Regierungsrat wollte die Berufsfachschul... - KEYSTONE/MELANIE DUCHENE

Mit 102 zu 66 Stimmen entschied der Kantonsrat am Montag, den ursprünglichen Antrag der Regierung deutlich aufzustocken. Statt der vom Regierungsrat vorgeschlagenen 233,1 Millionen Franken fliessen nun 278,1 Millionen Franken in den Neubau auf dem ehemaligen Areal der chemischen Fabrik Uetikon am See. Durch diesen Entscheid können die Berufsfachschule sowie eine Aula mit Mediathek direkt zeitgleich mit der Kantonsschule realisiert werden.

Der Regierungsrat wollte auf den Bau der Berufsfachschule und der Aula vorerst verzichten, um Kosten zu sparen. Eine knappe Mehrheit der vorberatenden Kommission für Planung und Bau sowie nun auch das Plenum stellten sich jedoch gegen dieses Vorgehen.

Ein späterer Bau der ausgeklammerten Teile käme gemäss der Ratsmehrheit letztlich teurer zu stehen und es würden wertvolle Synergien in der gemeinsamen Nutzung verloren gehen. Aus bildungspolitischer Sicht sei es zudem wichtig, den Schulraumbedarf für die Berufsbildung zeitgleich mit jenem der Mittelschule am selben Standort zu decken.

Kritik an der Krediterhöhung kam vor allem von den Fraktionen der SVP und FDP. Sie mahnten zur finanzpolitischen Zurückhaltung. Domenik Ledergerber (SVP, Herrliberg) erklärte während der Debatte, dass seine Fraktion die Investitionspriorisierung der Regierung stütze und die Berufsfachschule erst zu einem späteren Zeitpunkt realisieren wolle.

Baudirektor Martin Neukom (Grüne) verteidigte die Haltung des Regierungsrats und verwies auf die hohen Gesamtkosten des Projekts. Letztlich folgten die Ratsmitglieder jedoch der Argumentation von SP, Grünen, GLP und Mitte, die vor den negativen Folgen einer Etappierung warnten.

Das Bauprojekt auf dem früheren Areal der CU Chemie Uetikon gilt als äusserst anspruchsvoll. Das Areal ist seit 2016 im Miteigentum von Kanton und Gemeinde. Ein wesentlicher Kostentreiber sind die umfangreichen Altlastensanierungen im Boden und im Uferbereich, die aufgrund der jahrzehntelangen industriellen Nutzung zwingend erforderlich sind. Ohne diese Sanierung wäre eine Neunutzung des Geländes als Bildungsstandort nicht möglich.

Zudem müssen verschiedene historische Produktionsgebäude erhalten und in den Schulbetrieb integriert werden, da das Areal im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder verzeichnet ist. Dies führt zusammen mit den schwierigen Baugrundverhältnissen zu den hohen Kosten. Die neue Kantonsschule soll nach ihrer Fertigstellung Raum für rund 1500 Schülerinnen und Schüler bieten und damit zur Entlastung der Mittelschulen in der Stadt Zürich beitragen.

Kommentare

Weiterlesen

Putin Magyar
275 Interaktionen
Ungarn-Experte

MEHR AUS AGGLO ZüRICH

FC Küsnacht
Fussball
Teamfoto BC Adliswil
Badminton
FC Küsnacht
Fussball