In einigen Bündner Gemeinden herrscht Wassermangel
In einigen Gemeinden im Kanton Graubünden herrscht Wasserknappheit. Dies teilte der Bündner Regierungsrat Jon Domenic Parolini (Mitte) am Dienstag bei einem Treffen mit Medienschaffenden mit. Aufgrund der Trockenheit wurden bereits einige Alpen vorzeitig verlassen.

In fünf Gemeinden steht gemäss Parolini ein Versorgungsengpass bevor. Zwei weitere Gemeinden hätten die Wassermenge der Trinkbrunnen reduziert, in vier Gemeinden wurden diese ganz abgestellt. «Neun weitere Gemeinden haben die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen», führte Parolini aus.
Das gehe aus einer Umfrage des kantonalen Amts für Militär und Zivilschutz in den Bündner Gemeinden von Anfang August hervor. 62 Gemeinden nahmen an der Erhebung teil. In 42 davon wurden keine Probleme festgestellt.
Die Präsidentin der Gemeinde Calanca bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine Wasserknappheit im Dorf Selma. Die Quellen in diesem Gebiet seien schwach, zudem müsse die Wasserleitung saniert werden, erklärte Dorothea Rigonalli (parteilos). Hinzu komme, dass sich die Einwohnerzahl in diesem Gebiet im Sommer aufgrund von Touristen und Ferienhausbesitzern verdreifache.
Die Gemeinde hat daher auf ihrer Website einen Aufruf veröffentlicht, kein Wasser zu verschwenden. «Wir bitten die Bevölkerung, das Bewässern von Rasenflächen und Gärten zu vermeiden, keine Autos zu waschen und keine Schwimmbecken zu füllen», sagte Rigonalli.
Vorzeitige Rückkehr von den Alpen
In einigen Gebieten ist die Situation auch in den Höhenlagen kritisch. «Auf fünf Alpen ist das Vieh bereits in den Stall zurückgekehrt, da es kein Wasser und kein Gras mehr gibt. Drei weitere Alpbetriebe haben hingegen darum gebeten, die Alpsaison verlängern zu dürfen, da im Tal das Futter knapp ist», erklärte Regierungsrat Marcus Caduff (Mitte).
Laut dem Direktor des Bündner Departements für Volkswirtschaft und Soziales machen sich die Folgen der Dürre auch in den Schlachthöfen bemerkbar. Angesichts der geringen Futtervorräte für den Winter sehen sich einige Landwirte gezwungen, Tiere zu schlachten.






