Im Kanton Solothurn gibt es künftig weniger Sonderschulplätze

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Solothurn,

In Zukunft sollen im Kanton Solothurn nur noch Kinder mit entsprechender Diagnose eine Sonderschule besuchen. Dies hat der Kantonsrat entschieden. Ein Pilotprojekt soll zuerst zeigen, ob die Idee tragbar ist.

Im Kanton Solothurn sollen verhaltensauffällige Kinder ohne Diagnose in Zukunft die Regelschule besuchen. (Symbolbild)
Im Kanton Solothurn sollen verhaltensauffällige Kinder ohne Diagnose in Zukunft die Regelschule besuchen. (Symbolbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Im Kanton Solothurn können Kinder mit auffälligem Verhalten vom Kindergarten bis zur zweiten Klasse das Spezialangebot Vorbereitungsklasse besuchen. Sie gehen dann nicht an ihrem Wohnort zur Schule, sondern an einem separaten Fachzentrum.

Dies wird sich in Zukunft ändern: Der Kantonsrat hat am Mittwoch mit 84 Ja- bei 3 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen einer Reduktion der Zahl der Sonderschulplätze zugestimmt. Damit unterstützte er einen Auftrag der Bildungs- und Kulturkommission.

Der Vorstoss will in einem Pilotprojekt testen, ob sich normalbegabte Kinder, zwar mit auffallendem Verhalten, aber ohne Diagnose, in der Regelschule unterrichten lassen. Im ganzen Kanton betrifft das 40 Kinder vom Kindergarten bis zur zweiten Klasse. Total besuchen 18'000 Kinder den ersten Zyklus.

Auch sollen die Eltern vermehrt in die Pflicht genommen werden. Das Geld, dass durch die Streichung der teuren Sonderschulplätze frei wird, soll in die Regelschule fliessen. Es soll auch mehr Personal und kleinere Klassen geben, damit die Regelschule nicht überlastet wird.

Die Fraktionen hatten den Auftrag intensiv diskutiert, das wurde in der einstündigen Debatte im Kantonsrat klar. Die Kosten stiegen, die Schulen stünden vor Herausforderungen. Diese Argumente des Vorstosstextes waren unbestritten.

Der SVP-Sprecher nannte den Vorstoss einen gelungenen Kompromiss. Damit bestehe eine gute Chance, Kinder mit Schwierigkeiten auf einen guten Weg begleiten zu können.

Der Weg von der Sonder- zurück in die Regelschule gelinge selten. Es bedürfe professioneller Unterstützung, hiess es von der Mitte-/EVP-Fraktion. Eine Separation müsse die Ausnahme bilden. Die SP-Sprecherin ergänzte: «Ziel ist eine Schule, die möglichst vielen Kindern gerecht wird.» Man dürfe aber die Lehrpersonen mit den Herausforderungen nicht alleine lassen.

Die Grünen betonten, das Vorhaben dürfe keine Sparübung sein. Nur wenn der Pilotversuch als erfolgreich bewertet werde, dürften die Sonderschulplätze im ersten Zyklus abgeschafft werden.

Der FDP-Votant sagte, das Vorhaben könne ein Vorreiter für andere Kantone sein. Sollte der Versuch scheitern, werde die FDP das integrative System aber generell infrage stellen. Zudem dürften nicht einfach die Kosten auf die Gemeinden abgewälzt werden.

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