Freiburg steht 2026 im Zeichen von Wahlen und Finanzabstimmung
Das Freiburger Politjahr 2026 wird intensiv: Im März finden Gemeindewahlen statt, im November Kantonswahlen. Dazwischen kommt im April wohl das Referendum über das Gesetz zur Sanierung der Kantonsfinanzen (SKFG) an die Urne.

Den Ton für das Wahljahr werden die Kommunalwahlen setzen, die am 8. und 29. März stattfinden. Während das Mitte-Rechts-Lager 72 der 110 Sitze im Grossen Rat innehat, wählen die Städte eher links. Deutlich zeigt sich das in der Hauptstadt Freiburg, wo die Linken in der Mehrheit sind.
Ein harter Wahlkampf ist insbesondere bei der Erneuerung des Freiburger Gemeinderats zu erwarten, wo mit Stadtpräsident Thierry Steiert (SP) und Finanzdirektor Laurent Dietrich (Mitte) zwei Schwergewichte nicht mehr kandidieren. 2021 hatten die Linken vier der fünf Sitze in der Exekutive erobert, was in der Zähringerstadt eine Premiere darstellte.
Beobachtende rechnen mit einer möglichen «Neuausrichtung», bei der die FDP den vor fünf Jahren verlorenen Sitz zurückerobern könnte. Die drei weiteren bisherigen Mitglieder des Gemeinderats kandidieren erneut: Pierre-Olivier Nobs (Mitte Links), Mirjam Ballmer (Grüne) und Elias Moussa (SP).
Spannend wird die Wahl auch in Bulle, der zweitgrössten Stadt des Kantons. Bulle symbolisiert mit seinen mittlerweile über 27'000 Einwohnenden den demografischen Aufschwung des Kantons der letzten 45 Jahre.
Nach den Kommunalwahlen wird Freiburg am 26. April voraussichtlich über das SKFG mit dem damit verbundenen Programm zur Sanierung der Staatsfinanzen abstimmen. Dieses strebt Einsparungen von 400 Millionen Franken zwischen 2026 und 2028 an. Das von der SP lancierte Referendum dürfte zustande kommen.
Die SP kann auf die Unterstützung der Grünen, der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (VPOD) und des Dachverbands der Verbände des Staatspersonals zählen.
Diese Akteure stellen sich gegen die «Sparkur» des Staatsrats und der Mitte-Rechts-Mehrheit des Grossen Rates. Der Rat hatte im Oktober nach viertägiger Debatte mit 57 zu 35 Stimmen bei 4 Enthaltungen für das SKFG gestimmt.
Die Abstimmung im April bedeutete für den Kanton, dass er das Jahr 2026 ohne Budget beginnen musste. Bis zum Urnengang werden nur noch die notwendigsten Ausgaben bewilligt.
Am 8. und 29. November finden in Freiburg schliesslich die kantonalen Wahlen statt. Die Mitte-Rechts-Mehrheit im Grossen Rat dürfte nicht gefährdet sein. Die SP wird versuchen, ihren zweiten Sitz im Staatsrat zurückzugewinnen, den sie 2021 verloren hat. Der Grossteil der aktuellen Regierung dürfte erneut kandidieren, sicher ist aber noch nichts.






