Fehlende Wohnung zwingt Zürcher FDP-Gemeinderätin zum Rücktritt
Trotz Bestresultat bei der Wiederwahl muss FDP-Gemeinderätin Yasmine Bourgeois ihr Mandat wegen eines Wohnsitzwechsels aufgeben.

Das Wichtigste in Kürze
- FDP-Politikerin Bourgeois wird in Zürich nicht fündig – und zieht daher nach Ebmatingen.
- Aufgrund des neuen Wohnsitzes gibt sie trotz Wiederwahl ihr Amt im Zürcher Gemeinderat ab.
- Das Phänomen betrifft nicht nur Bourgeois: Die Wohnungsnot und Mieten in Zürich steigen.
Jetzt hat die Wohnungsnot in Zürich auch eine FDP-Gemeinderätin erwischt.
Yasmine Bourgeois muss ihren Platz beim Zürcher Gemeinderat und der Stadtpolitik räumen – und das nach zwei Legislaturen. Dies teilte die FDP der Stadt Zürich am Mittwoch mit.
Grund dafür ist ihr neuer Wohnsitz ausserhalb der Stadt, in Ebmatingen. Dies liegt in der Gemeinde Maur ZH. Trotz «intensiver Suche» fand sie keine geeignete Wohnung in Zürich für sich und ihre Familie, so die Mitteilung.
Dadurch könne sie ihr Mandat im Stadtparlament nicht weiterführen. Auch wenn die Politikerin mit einem Glanzresultat die Wiederwahl erreicht hatte.
Ihre letzte Gemeinderatssitzung absolviert Bourgeois am 15. April.
Ihre Nachfolge tritt Brenda Mäder an, die für die FDP im Kreis 7 und 8 nachrückt. Sie war von 2009 bis 2012 Präsidentin der Jungfreisinnigen Schweiz.
Wohnen in Zürich gestaltet sich schwer
Nicht nur für Bourgeois ist der Wohnungsmarkt in Zürich ein hartes Pflaster. Nau.ch berichtete bereits in der Vergangenheit über die Problematik – und über potenzielle Lösungsansätze.
Denn: Die Mieten steigen und Prognosen rechnen damit, dass die Stadt bis ins Jahr 2040 Wohnraum für 100'000 zusätzliche Menschen braucht.
Daher präsentierten Studierende bei einer Ausstellung jüngst eine Idee, um gegen die Wohnungsnot vorzugehen: Hunderte neue Mini-Hochhäuser, verteilt über die ganze Stadt.

Die FDP nahm bereits im Wahlkampf die rot-grüne Wohnpolitik ins Visier und forderte statt staatlicher Eingriffe einen verstärkten Wohnungsbau.
In einer Medienmitteilung bezeichnet die Partei den Wegzug von Bourgeois nun als weitere Folge der «aktuellen Wohnpolitik».
Zürich entwickle sich dadurch immer mehr zu einer Stadt, in der selbst für den Mittelstand kaum noch Platz bleibe.

















