«Etwas muss gehen»: Nach Legionellen-Ausbruch wird Politik aktiv
Nach einem Legionellen-Ausbruch sind in Basel 26 Menschen erkrankt – ein Mann ist gestorben. Grossrätin Christine Keller fordert schon länger Massnahmen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Legionellen-Ausbruch forderte in Basel ein Menschenleben.
- Nun fordert die Politik Massnahmen.
- Die Basler SP-Grossrätin Christine Keller nennt Deutschland als Vorbild.
26 Menschen sind in den letzten zwei Wochen in Basel infolge eines Legionellen-Ausbruchs erkrankt. Davon wurden 25 Personen hospitalisiert. Ein 69-jähriger Mann ist verstorben. Neun Personen befinden sich aktuell noch in stationärer Behandlung – eine Person liegt auf der Intensivstation.
Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um Lungenentzündungen, die durch das Bakterium Legionella pneumophila verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt über das Einatmen von zerstäubten Wassertropfen, die Legionellen enthalten.
Legionellen können sich besonders gut in Wassersystemen vermehren, in denen das Wasser nicht konstant erneuert wird. Und sich die Temperatur zwischen 25°C und 45°C bewegt.
Solche Bedingungen finden sich etwa in Wasserleitungen, Wasserhähnen, Duschköpfen, Whirlpools und Kühltürmen von Kälte- und lüftungstechnischen Anlagen. Die Behörden legten am Freitag einen Kühlturm auf einem Dach im Kleinbasel still, der mit Legionellen kontaminiert war.
Basler Politikerin geschockt
Der tödliche Legionellen-Ausbruch beschäftigt inzwischen auch die Basler Politik. Die Basler SP-Grossrätin Christine Keller hatte bereits im Februar vor den Gefahren gewarnt. In einem Facebook-Post schrieb sie von «alarmierenden Befunden». Schon damals hatte sie einen politischen Vorstoss angekündigt.

Die Meldung des Legionellen-Ausbruchs in Basel-Stadt habe sie «mit Schrecken» zur Kenntnis genommen, sagt Keller gegenüber Nau.ch.
Im Zentrum ihrer damaligen Forderung habe die alarmierende Situation in Alters- und Pflegeheimen gestanden. «Mir war aber damals bekannt, dass es auch in privaten Liegenschaften zu beinahe tödlichen Erkrankungen gekommen ist», so Keller. Das habe sie auch im Vorstoss thematisiert.
Einen Folgevorstoss hat Keller nach eigenen Angaben bislang noch nicht eingereicht. «Ich hatte mir vorgenommen, diesen in der Sommerpause auszuarbeiten.» Als Fraktion werde nun geprüft, welche – gegebenenfalls mehrere – Vorstösse einzureichen seien. «Jedenfalls muss etwas gehen», fordert Keller.
Zu ihren zentralen Forderungen zählen strengere Kontrollen von Wassersystemen. «Meine Hauptforderungen waren schon damals der Ausbau und die Verstärkung der bestehenden Kontrollen. Namentlich in Alters- und Pflegeheimen, aber auch in privaten Liegenschaften.»
Deutschland als Vorbild
Als Vorbild nennt sie Deutschland. Dort müssten auch private Eigentümer ihre Anlagen regelmässig kontrollieren oder kontrollieren lassen.
Zumindest bei öffentlichen und privaten Liegenschaften im Besitz des Kantons müsse Basel-Stadt handeln, fordert Keller. Sie verweist auf einen beinahe tödlich verlaufenen Legionellen-Fall aus dem vergangenen Sommer in einer Liegenschaft von Immobilien Basel-Stadt. «Hier kann und muss der Kanton aktiv werden.»
Neben schärferen Kontrollen fordert Keller auch eine bessere Information der Bevölkerung. Zwar stelle der Kanton auf seiner Webseite Hinweise zum Schutz vor Legionellen bereit. Das reicht ihrer Ansicht nach jedoch nicht aus.
«Der Kanton soll die Aufklärung, wie sich jeder Einzelne beim Duschen oder im Umgang mit Wasserinstallationen schützen kann, breiter streuen. Möglicherweise in Form einer Kampagne.» Denn nicht alle gingen auf die Webseite.
Neu stellt sich für Keller auch die Frage nach strengeren Vorschriften für Kühltürme. Keller sieht auch hier Handlungsbedarf und fordert: «Hier braucht es offensichtlich ebenfalls Massnahmen.» Zu prüfen seien etwa Meldepflichten und regelmässige Kontrollen.













