Deutliches Ja zu Windkraft-Petition im Baselbieter Landrat

Keystone-SDA Regional
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Liestal,

Der Baselbieter Landrat hat am Donnerstag eine Petition als Postulat überwiesen, die bessere Bedingungen für Windkraft im Kanton fordert. Die Abstimmung erfolgte mit 56 zu 22 Stimmen bei 3 Enthaltungen.

Eine Petition zur Windkraft hat im Landrat für Diskussionen gesorgt. (Symbolbild)
Eine Petition zur Windkraft hat im Landrat für Diskussionen gesorgt. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA/KARL-JOSEF HILDENBRAND

Die von 839 Personen unterzeichnete Petition fordert von Regierung und Parlament, geeignete Standorte für Windräder in den Richtplan aufzunehmen und die Bewilligungsverfahren zu beschleunigen, um Potential von 600 Gigawattstunden pro Jahr zu realisieren.

Die Petitionskommission hatte mit 4 zu 1 Stimmen bei 1 Enthaltung eine Überweisung als Postulat empfohlen. Im Landrat kam es deswegen aber zu einer langen Debatte. Gegen eine solche Überweisung war in erster Linie die SVP – die Voten aus ihren Reihen kritisierten Eingriffe in die Landschaft und gaben an, der Wind in der Schweiz sei nicht stark genug und die Technologie erfordere hohe Subventionen. Auch Vereinzelte aus der FDP stimmten gegen die Überweisung.

Überstimmt wurden die Gegner von einer deutlichen Mehrheit von SP, Grünen, EVP, GLP und Mitte. Deren Sprechende betonten verschiedentlich, dass Wind zusammen mit Wasser und Sonne eine Ressource sei, die in der Schweiz zur Verfügung stehe. Energieträger wie Kohle, Öl und Uran müssten hingegen importiert werden, hiess es. Auch wurde von den Proponenten postuliert, dass Windenergie entgegen der Ansicht der Gegner günstig sei.

Die Regierung muss nun das Thema prüfen und dazu Bericht erstatten.

Kommentare

User #6515 (nicht angemeldet)

Gegen eine solche Überweisung war in erster Linie die SVP -> Wie immer ist die SVP dagegen, wenn wir die Wertschöpfung ins Land holen. Lieber noch ein bisschen Putingas oder Trumsches Öl kaufen..

User #4933 (nicht angemeldet)

Richtig so. Windenergieanlagen liefern Winterstrom für die Schweiz. Für Windenergieanlagen sind die Wintermonate die ertragreichsten. An sonnigen Tagen ist es in den Bergen nur selten windstill. Während der Wind nachmittags das Tal hinauf in Richtung Berg weht, strömt jeweils in der Nacht und am Morgen kühle Luft aus den Bergen ins Tal. Dann weht in der Schweiz der meiste Wind und es können grosse Mengen Strom produziert werden. Österreich, wie die Schweiz ein Alpenland, macht es vor. Dort fallen bereits 12% des Strommix auf Windenergie. In der Schweiz sind es weniger als 0,5%. Im Rahmen starker Tiefdruckgebiete können in der ganzen Schweiz Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr auftreten und mehrere Stunden bis Tage anhalten. Die Windgeschwindigkeit hat in den vergangenen Jahren weltweit um gut 7% zugenommen. Die Schweiz weist im Jura, in den Voralpen, auf einigen Graten und in einigen Tälern der Alpengünstige günstige Standorte auf. In der Schweiz werden Windrichtung und -stärke stark von der Topografie beeinflusst, vor allem in den Alpen. Der Windpark Juvent auf dem Mont Crosin deckt den Haushaltstromverbrauch von rund 70'000 Personen. Unter Berücksichtigung von Naturschutz und Klimaschutz sind 215 bis 310 Windenergie-Anlagen in der Schweiz sinnvoll und realisierbar.

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