Graubünden

    Chur mit tiefer Sozialhilfequote - trotz hoher Werte im Asylbereich

    Keystone-SDA Regional
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    Die Stadt Chur verzeichnet mit 2,4 Prozent eine vergleichsweise tiefe Sozialhilfequote, aber den höchsten Wert aller 14 ausgewerteten Schweizer Städte im Asylbereich. Das zeigen Zahlen, die die Städteinitiative Sozialpolitik am Dienstag veröffentlicht hat. Chur sieht für die hohen Zahlen im Asylbereich eine klare Ursache.

    Chur und Graubünden weisen weiterhin eine tiefe Sozialhilfequote auf. (Symbolbild)
    Chur und Graubünden weisen weiterhin eine tiefe Sozialhilfequote auf. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

    In Chur bezogen 2025 insgesamt 977 Personen wirtschaftliche Sozialhilfe. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der unterstützten Personen um 7,6 Prozent zu. Die Sozialhilfequote erhöhte sich leicht von 2,3 auf 2,4 Prozent. Chur weist damit nach Zug, Wädenswil und Uster weiterhin eine der tiefsten Sozialhilfequoten der 14 Vergleichsstädte auf. Seit 2020 ist die Sozialhilfequote von 3,1 auf 2,4 Prozent gesunken.

    Die Stadt führt die tiefen Werte unter anderem auf den Arbeitsmarkt zurück, wie sie am Mittwoch in einer Medienmitteilung schrieb. «Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Chur bleiben im Städtevergleich günstig.» Mit 1,6 Prozent weist Chur die tiefste Arbeitslosenquote aller 14 Vergleichsstädte auf. Auch die Aussteuerungsquote ist mit 0,32 Prozent niedrig.

    Viele Betroffene im Asylbereich

    Schlusslicht der ausgewerteten Städte ist Chur hingegen im Asylbereich. Der Anteil der Sozialhilfebeziehenden mit Asylhintergrund beträgt in Chur 32 Prozent. «Ein Grund dafür ist, dass weiterhin ein innerkantonaler Verteilschlüssel fehlt, wie er in vielen anderen Kantonen und auf Bundesebene besteht», hielt die Stadt in einer Mitteilung fest.

    Ein erhöhtes Risiko für Sozialhilfe tragen nach wie vor Kinder und Jugendliche sowie Alleinerziehende. Die Sozialhilfequote der Kinder und Jugendlichen stieg von 4,6 Prozent im Jahr 2024 auf 6,1 Prozent im Jahr 2025. Ausserdem bezogen 20,5 Prozent der Einelternhaushalte Sozialhilfe. Ihr Sozialhilferisiko lag damit rund achtmal höher als dasjenige der Privathaushalte insgesamt.

    «Alleinerziehende müssen Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Familienorganisation weitgehend allein bewältigen. Obwohl viele von ihnen erwerbstätig sind, reicht das Einkommen häufig nicht für die Existenzsicherung», schrieb die Stadt. Fehlende Betreuungsmöglichkeiten, insbesondere zu Randzeiten oder bei unregelmässigen Arbeitszeiten, würden die berufliche Integration zusätzlich erschweren.

    Eine tiefe Sozialhilfequote weist weiterhin auch der Kanton Graubünden auf. Der Wert stieg 2025 im Vergleich zu 2024 um 0,2 Prozentpunkte und liegt neu bei 1,2 Prozent. Nur Appenzell Innerrhoden, Uri, Nidwalden und Obwalden weisen tiefere Werte auf.

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