Chur erinnert mit Strassenbenennung an Brandanschlag 1989
Chur hat am Donnerstag mit einer Gedenkfeier an den Brandanschlag an der Alexanderstrasse 38 vom 2. Juli 1989 erinnert. Es verloren vier Menschen aus Sri Lanka ihr Leben, darunter zwei Kinder. Ein rassistisches Motiv für den Anschlag wird vermutet.

Bei der Gedenkfeier 37 Jahre nach dem Ereignis hat die Stadt Chur am Donnerstag am Ort eine bislang namenlose Gasse in unmittelbarer Nähe zum Tatort als Naanku Vilakkukal Viethi – Vier-Lichter-Weg benannt. Die Bezeichnung verweist gemäss städtischer Mitteilung vom Donnerstag auf die vier Opfer und gibt der Erinnerung einen festen Ort im öffentlichen Raum. Ausserdem wurde eine Gedenktafel errichtet.
Stadtpräsident Hans Martin Meuli (FDP) bezeichnete den Brandanschlag von 1989 gemäss Communiqué als «erschütterndes Kapitel der Churer Stadtgeschichte». Der Verdacht auf ein rassistisches beziehungsweise rechtsextremes Tatmotiv sei damals nicht konsequent genug verfolgt worden. Dadurch seien Fragen offengeblieben. Für die Angehörigen und die betroffene Gemeinschaft habe dies zusätzliches Leid bedeutet.
«Die Stadt kann das Geschehene nicht rückgängig machen. Sie kann die verlorenen Menschenleben nicht zurückbringen. Aber sie kann und muss heute klar benennen, was damals zu wenig klar benannt wurde», lässt sich Meuli in der Mitteilung zitieren.
Das damalige behördliche Handeln habe der Verantwortung gegenüber den Opfern, den Angehörigen und der tamilischen Gemeinschaft nicht genügt. Die Stadt anerkenne diese Verantwortung.
Die Gedenkfeier begann gemäss Mitteilung mit einer Schweigeminute. Anschliessend führte der Hindupriester Sasikumar eine religiöse Einweihungszeremonie durch. Dabei wurden Blumen niedergelegt, die neu benannte Strasse mit einer Blumengirlande eingeweiht und die Gedenktafel mit heiligem Wasser benetzt, geschmückt und durch das Entzünden einer Öllampe geweiht. Die Zeremonie wurde von einem tamilisch-hinduistischen Gebet und einer Muschelhorn-Zeremonie begleitet.
Die Errichtung einer Gedenktafel erfüllt auch eine Forderung des Churer Parlaments. Dieser hatte im Mai 2025 einen Vorstoss mit der Forderung nach Aufarbeitung und einer Gedenktafel überwiesen. Voraus ging dem Ganzen eine neue mediale Aufbereitung des Falls durch «Das Magazin» von Tamedia. Die Journalistinnen fanden Hinweise auf rassistische Motive für den Brandanschlag.






