Bis 50 Süchtige suchen pro Tag den Konsumraum in Chur auf

Keystone-SDA Regional
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Chur,

Zwischen 30 und 50 Süchtige haben seit der Eröffnung am 1. April pro Tag den Konsumraum in Chur aufgesucht. Der Bedarf sei klar ausgewiesen, schreibt der Verein Überlebenshilfe Graubünden, der die Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenabhängige betreibt.

Konsumraum Chur
Zwischen 30 und 50 Süchtige haben seit der Eröffnung am 1. April pro Tag den Konsumraum in Chur aufgesucht. - keystone

Rund 60 Personen hätten sich bisher registriert, um in der neuen Institution Drogen zu konsumieren. Das erklärte Carlo Schneiter, Geschäftsleiter des Vereins Überlebenshilfe Graubünden, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ein Raum ist zum Inhalieren von Drogen reserviert, ein anderer ist für Injektionen vorgesehen.

Der grösste Teil der Süchtigen suche den Konsumraum auf, um Kokain in Form von Base, also aufgekocht mit Ammoniak, zu rauchen. Sie können auch Beratungs-, Hygiene- und Gesundheitsangebote in Anspruch nehmen.

Der Handel mit minimalen Mengen an Drogen wird toleriert. Zugang zur Anlaufstelle haben nur volljährige Personen mit Wohnsitz in Graubünden. Einzelne Personen seien bisher abgewiesen worden, erklärte Schneiter weiter.

Nach jahrelangen Diskussionen und Kontroversen kündigten die Behörden im vergangenen März die Eröffnung des ersten Raums für kontrollierten Drogenkonsum im Kanton Graubünden an. Im Juni 2024 hatten 66 Prozent der Churer Stimmberechtigten dem Rahmenkredit von 3,88 Millionen Franken zugestimmt

Mit diesem Projekt verfolgen die Behörden das Ziel, die Gesundheit der Drogenabhängigen zu stabilisieren und ihre Lebensqualität zu verbessern. Ausserdem soll dadurch die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöht werden.

Gemäss Stadtpolizei zeige sich in den erste Betriebswochen des Konsumraums ein «ruhiges und kontrolliertes Lagebild», wie es am Donnerstag in einer Mitteilung des Vereins Überlebenshilfe Graubünden hiess. Bei schönem Wetter würden sich weiterhin Süchtige auch für den Konsum draussen aufhalten, namentlich in der offenen Drogenszene im Stadtpark. In den kommenden Wochen versuche die Polizei, «die Nutzung der vorgesehenen Strukturen weiter zu fördern und gleichzeitig die öffentliche Ordnung nachhaltig zu verbessern.»

Kommentare

User #1612 (nicht angemeldet)

Der grösste Teil der Süchtigen suche den Konsumraum auf, um Kokain in Form von Base, also aufgekocht mit Ammoniak, zu rauchen. Sie können auch Beratungs-, Hygiene- und Gesundheitsangebote in Anspruch nehmen. aka Freebase oder besser gesagt, fast schon crack...... tragisch das man solches übles zeugs toleriert

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