Comedian Zeki fahndet online nach Hofladen-Plünderern im Kanton Bern

Ein Video aus Wynigen BE sorgt auf Social Media für Aufsehen. Comedian Zeki nimmt die Suche nach den Tätern via Facebook selbst in die Hand.

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Ein Mann und eine Frau plündern das Hoflädeli in Wynigen BE aus. Nau.ch zeigt die Gesichter der Personen nicht. Zeki zeigte sie. - Facebook/@swissmeme

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Video zeigt, wie zwei Personen einen Hofladen in Wynigen BE ausplündern.
  • Veröffentlicht wurde es auf der Seite von Comedian Zeki, «Swissmeme».
  • Laut Zeki wurden die beiden Personen inzwischen identifiziert.

Auf Social Media sorgt derzeit ein Video aus Wynigen BE für Aufsehen. Es zeigt, wie ein Mann und eine Frau einen Hofladen ausräumen – und mit der Ware verschwinden.

Veröffentlicht wurde der Clip auf der Seite «Swissmeme» von Comedian Zeki. Dort sammelte der Beitrag innert kurzer Zeit rund 2000 Kommentare.

Zeki suchte öffentlich nach Hinweisen

Zeki nutzte seine Reichweite zunächst, um nach den beiden Personen – einem Mann und einer Frau – zu fahnden. Er zeigt das Video unverpixelt – es sind auch die Gesichter der beiden zu erkennen.

Soll man mutmassliche Täter auf Social Media öffentlich zeigen?

Gegenüber Nau.ch schreibt Zeki, die beiden seien mittlerweile identifiziert worden. Er habe dazu eine entsprechende Meldung erhalten.

Netz will Plünder-Paar «volle Kanne zur Rechenschaft» ziehen

Unter dem Beitrag kochten die Reaktionen rasch hoch. Viele User zeigten sich empört und forderten, dass die gezeigten Personen gefunden werden.

«Die muss doch jemand erkennen», schreibt etwa eine Nutzerin. Ein anderer kommentiert: «Bitte überall sowas teilen.» Wieder andere hoffen, dass die Beteiligten «volle Kanne zur Rechenschaft» gezogen werden.

Swissmeme
So veröffentlichte die Seite «Swissmeme» das Video zum Hofladen-Raub auf Facebook. - Facebook/Swissmeme

Daneben kippte die Diskussion aber auch teilweise ins Fremdenfeindliche. Mehrere Nutzer stellten Vermutungen über die Herkunft der gezeigten Personen an oder verbanden den Vorfall mit Zuwanderung und Ausschaffungen.

Es gab jedoch auch Gegenstimmen. So forderte ein Nutzer ausdrücklich: «Bitte löscht die rassistischen Kommentare, denn die sind genau so scheisse.»

Viele Fragen bleiben offen

Ob Zeki nach der angeblichen Identifizierung weitere Schritte plant, bleibt offen. Gegenüber Nau.ch wollte er sich dazu nicht weiter äussern.

Unbeantwortet blieb auch die Frage, ob das Video weiterhin auf seiner Seite online bleibt. Ebenso sagte Zeki nicht, weshalb die gezeigten Personen im Clip nicht verpixelt wurden.

Kapo Bern relativiert Zekis Darstellung

Der Fall ist der Kantonspolizei Bern bekannt. Gegenüber Nau.ch schreibt Mediensprecherin Chiara Bovigny, dass in diesem Zusammenhang eine Strafanzeige eingegangen sei.

Zwar bestünden Hinweise auf eine mögliche Täterschaft. Bislang habe jedoch niemand angehalten werden können. «Die entsprechenden Ermittlungen sind im Gang», so Bovigny.

Damit widerspricht die Kapo Bern der Darstellung von Zeki zumindest teilweise.

Unklar ist auch, wie hoch der Schaden im Hofladen ausfiel.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Netz nach Hoflädeli-Dieben gesucht wird. Anfang Jahr wurde ein Bauer in Grüningen ZH bestohlen.

Ein Langfinger ergaunerte bei Landwirt Werner Saurer Waren im Wert von mehreren Hundert Franken. Und das am Mittag!

«Es ist dreist, dass man sich da einfach durch den Tag ungeniert ans Werk wagt», sagte er zu Nau.ch. Der Täter wurde angezeigt.

Kapo warnt vor unverpixelten Aufnahmen

Aber Achtung: Diebe darf man nicht einfach unverpixelt ins Netz stellen, warnte Kriminologe Dirk Baier schon früher bei Nau.ch. So könne man sich strafbar machen.

Auch die Kantonspolizei Bern äussert sich klar zur Veröffentlichung des Videos. Das Teilen von Bildmaterial mit erkennbaren Personen ohne deren Einwilligung könne unter Umständen Persönlichkeitsrechte verletzen und auch datenschutzrechtlich problematisch sein.

Betroffene könnten zivilrechtlich dagegen vorgehen und je nach Fall Schadenersatz oder Genugtuung verlangen. Die Kapo Bern schreibt dazu: «Wir raten grundsätzlich von derartigen Veröffentlichungen ab.»

Kommentare

User #4597 (nicht angemeldet)

draussen stand sicherlich alles gratis zum mitnehmen 👌

edelweisz

Was vor 25 Jahren eine selbstverständliche Dienstleistung war, ist heute unbezahlte ‚Selbstarbeit‘. Wir scannen unsere Ware selbst, buchen unsere Konten selbst und verwalten uns in komplexen Software-Umgebungen. Besonders deutlich wird der Rückzug des Bundes im öffentlichen Raum. Bei Bagatellschäden oder Diebstahl sind Bürger heute auf sich allein gestellt. Weil die Polizei sich auf Kapitalverbrechen konzentriert, sind wir zu Hilfs-Sheriffs geworden, die Beweise sichern, Videomaterial auswerten und Detektivarbeit leisten. Das beinhaltet u.a. Ermitteln mit Foto- und Videomaterial, um Diebe ausfindig zu machen. Die Arbeit ist nicht verschwunden, sie hat den Bearbeiter gewechselt.

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