Bern blickt auf ein ereignisreiches Demonstrationsjahr zurück

Keystone-SDA Regional
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Bern,

In der Stadt Bern verging 2025 kaum ein Tag ohne Demonstration: 339 Kundgebungen registrierte die Gewerbepolizei. Das entspricht einer durchschnittlichen Bilanz für die Bundesstadt, wobei die Gewaltbereitschaft mehr als einmal ausserordentlich war.

Der Frauenstreik vom 14. Juni mobilisierte auch 2025 mehrere Tausend Menschen. (Archivbild)
Der Frauenstreik vom 14. Juni mobilisierte auch 2025 mehrere Tausend Menschen. (Archivbild) - Keystone/ANTHONY ANEX

Im Jahr 2024 gab es gar zwei Demonstrationen mehr, wie Norbert Esseiva, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekanntgab. Erst seit wenigen Jahren ist dieser Wert konstant derart hoch: 2015 verzeichnete die Stadt noch 235 Kundgebungen, 2019 waren es schon 360.

Seither gab es in Bern kein Jahr mit unter 300 Demonstrationen. Auch während der Pandemie blieb das Bedürfnis, Anliegen auf die Strasse zu tragen, hoch. Dies trotz zeitweise strengeren Regeln. Den Rekord hält 2022, als sich 394-mal Gleichgesinnte zusammentaten, um gemeinsam auf die Strasse zu gehen.

Die grösste Kundgebung des vergangenen Jahres dürfte einmal mehr der Frauenstreik vom 14. Juni gewesen sein. Mehr als 10'000 Menschen demonstrierten in diesem Rahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für gleiche Rechte für alle, die Organisatorinnen sprachen von 35'000 Teilnehmenden.

Eine weitere Grosskundgebung war die nationale Pro-Palästina-Demonstration von Ende Juni, an der mindestens 10'000 Menschen ihre Solidarität mit Gaza bekundeten. Ein Anliegen, das sich durch das Demonstrationsjahr 2025 zog.

Neben bewilligten Demonstrationen erfasst das Polizeiinspektorat auch Kleinstkundgebungen, Spontankundgebungen sowie unbewilligte Demos, sofern sie davon Kenntnis hat. Eine detaillierte Aufschlüsselung macht die Stadt nicht, letztere dürften aber vergangenes Jahr zahlreich in die Statistik miteingeflossen sein.

Einige davon verliefen friedlich, wie die Kundgebung zum Weltfrauentag sowie jene gegen die Überbauungspläne im Gaswerkareal. Andere gaben mit ihrer denkwürdigen Gewaltbereitschaft zu reden, allen voran die eskalierte propalästinensische Demonstration von Mitte Oktober. Bereits im Mai war es bei einer Gaza-Demo zu Ausschreitungen zwischen Demonstrierenden und Einsatzkräften gekommen.

Trotz dieser gehäuften Vorfälle hielt die Berner Kantonspolizei in ihrem Bericht zur Kundgebung vom 11. Oktober fest, dass Gewaltexzesse im Zusammenhang mit Demonstrationen über die Jahre hinweg tendenziell abgenommen hätten. Ob die Ausschreitungen von 2025 eine Trendumkehr oder lediglich eine isolierte Zunahme seien, werde sich erst langfristig zeigen.

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