Beni Wattenhofer (Grüne): «Was bleibt vom Sommer?»
«Der Rekordsommer mag aus den Schlagzeilen verschwunden sein, aber die Folgen bleiben.» Ein Gastbeitrag des Zuger Grünen-Kantonsrats Beni Wattenhofer.

Es hat endlich wieder geregnet, die Temperaturen pendeln wieder im erträglichen Bereich und nicht mehr um 35 Grad. Von den Waldbränden hört man nichts mehr, der «Rekordsommer» 2026 ist schon fast wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Alles wieder gut, möchte man meinen.
Alles nur ein «historisches und einmaliges Wetterereignis» oder «Panikmache»? Wer so denkt, verschliesst seine Augen vor der Realität. Die Zahlen sind da, der «Jahrhundertsommer» von 2003 wurde in allen Belangen übertroffen.
Die Hitzetage, die Trockenheit, und die Tropennächte werden uns und unsere Nachkommen beschäftigen, ob wir das nun wahrhaben wollen oder nicht. Es ist deshalb höchste Zeit, Massnahmen zu ergreifen, welche uns vor Hitze und Dürre, aber auch vor Wind und Überschwemmungen schützen.

Eine Übersterblichkeit von älteren Menschen ist ein nicht hinnehmbares Problem. Ernteausfälle und Schäden in Millionenhöhe in der Landwirtschaft ebenso nicht. Der Kantonsrat hat bereits Anfang 2025 die Regierung beauftragt, eine Wasserstrategie zu erarbeiten.
Wir warten immer noch darauf, damit wir, neben den eigenverantwortlichen Massnahmen zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser konkrete Massnahmen ergreifen können, Wasser im Boden zurückhalten, speichern und sparen können, sodass wir uns weniger vor Wasserknappheit und Dürre fürchten müssen.
Schauen wir, dass wir einen klaren Hitzeaktionsplan und Massnahmen zum Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen haben, dass wir wissen, wer von der Hitze betroffen ist, und gezielt helfen können.
Schauen wir, dass Bebauungs- und Ortspläne grossflächig beschattete, entsiegelte Begegnungsflächen festlegen, damit sich unsere Quartiere weniger aufheizen, und wir nicht mehr von Schatten zu Schatten hechten müssen.
Zum Autor
Beni Wattenhofer ist Kantonsrat Grüne Steinhausen.
Schauen wir, dass wir unsere Gebäude gut isolieren und für Kühlung sorgen, nachhaltig mit lokal produziertem und reichlich vorhandenem Solarstrom. Das heisse Wetter mag für den Moment wieder in den Hintergrund treten, aber es wird wiederkommen.
Lassen Sie uns deshalb Wege nutzen und finden, wie wir damit umgehen können. Behörden, Wirtschaft und Privatpersonen können dazu beitragen, und wir Grüne unterstützen sie gerne dabei.
Hinweis
Dieser Gastbeitrag ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








