Aita Zanetti will weiterhin Gemeindepräsident von Scuol bleiben
Die amtierende Scuoler Gemeindepräsidentin Aita Zanetti hat sich entschieden, zum zweiten Wahlgang fürs Gemeindepräsidium am 15. November anzutreten. Im ersten Wahlgang hatte sie – obwohl sie die einzige offizielle Kandidatin war – das absolute Mehr verpasst.

Die Mitte-Politikerin schrieb in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass sie das Wahlergebnis des ersten Wahlgangs am 18. Oktober ernst genommen habe. «Ich habe mir bewusst Zeit gegeben, es einzuordnen und über meine politische Zukunft nachzudenken», hält sie fest. Sie habe in ihrer Zeit als Gemeindepräsidentin – sie hat das Amt seit 2023 inne – auch komplexe und kontroverse Themen angepackt und schwierige Entscheidungen zu treffen gehabt. «Dieser Verantwortung werde ich mich auch in Zukunft stellen», schreibt die Mitte-Grossrätin.
Zu diesen schwierigen Entscheidungen gehörte der kürzliche Entscheid des Gemeindevorstands, die Primarschulen in Ftan und Tarasp ab dem Schuljahr 2028/2029 zu schliessen. Als Grund nannte der Gemeindevorstand die sinkenden Schülerzahlen, den demografischen Wandel und die notwendigen Einsparungen.
Der Beschluss löste in der flächengrössten Gemeinde der Schweiz Unverständnis in der Bevölkerung aus – so sehr, dass eine Elterngruppe Beschwerde beim Bündner Obergericht einreichte.
SVP-Grossrat als möglicher Herausforderer
Zanetti erreichte im ersten Wahlgang als einzige offizielle Kandidatin 405 Stimmen – 21 weniger als das absolute Mehr. Reto Rauch (SVP) erzielte 158 Stimmen und Riet Fanzun (Verein Anna Florin) 140 Stimmen. Zudem wurden 147 leere Stimmzettel eingelegt. Während Fanzun im zweiten Wahlgang weiterhin nicht antritt, liess Rauch eine Kandidatur vor gut einer Woche gegenüber Keystone-SDA noch offen. Für Donnerstagabend hat die SVP Graubünden anlässlich ihrer Parteiversammlung angekündigt, ihre Kandidatur für den zweiten Wahlgang vorzustellen.






