Aargauer Regierung setzt auf Deutschförderung an Volksschule
Der Kanton Aargau will den Fokus in der Volksschule auf Deutsch legen und das Fach Französisch in die Oberstufe verschieben. Das Ziel ist laut Regierung die Stärkung der Deutschkompetenzen. Das Bildungsdepartement soll ein entsprechendes Strategiepapier ausarbeiten.

Die Strategie zielt darauf ab, den Französischunterricht zu verschieben und gleichzeitig zu stärken, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Es würden zwei Varianten geprüft: entweder mit Start in der 6. oder 7. Klasse.
Der Aargau bekenne sich zu den vereinbarten Grundkompetenzen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) in Französisch am Ende der Volksschule. Diese Ziele sollen mit einem späteren, dafür intensiveren Französischunterricht erreicht werden, wie es heisst.
In der Realschule sollen Wahlmöglichkeiten für den Französischunterricht geschaffen werden, damit sich Schülerinnen und Schüler gezielt auf die gewählte Berufslehre vorbereiten können. Der Grosse Rat unterstütze die Stossrichtung. Die Umsetzung habe unter anderem Auswirkungen auf den Einsatz von Lehrmitteln und die Weiterbildung der Lehrpersonen.
Leistungsmessungen zeigten, dass Schülerinnen und Schüler beim Lesen, Hören und Schreiben ungenügende Deutschkenntnisse aufwiesen, hält die Staatskanzlei fest. Um die Situation zu verbessern, verpflichten die Behörden die Gemeinden ab dem Schuljahr 2026/2027 zu einer obligatorischen Sprachstandserhebung im Vorschulalter.
Fachpersonen prüfen die Kinder künftig bereits eineinhalb Jahre vor dem Kindergarteneintritt auf fehlende Deutschkenntnisse und weisen sie bei Bedarf gezielten Förderangeboten zu. Um die Qualität und die Wirkung zu sichern, will der Kanton die entsprechenden Förderangebote steuern.
Diese Strategie solle sicherstellen, dass möglichst alle fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler vor der Aufnahme in eine Regelklasse mit Hochdruck Deutsch lernten, heisst es.
Die Deutschförderung findet gemäss Angaben der Staatskanzlei in Angeboten entweder vor Eintritt in eine Regelklasse statt – zum Beispiel in Integrationskursen. Oder es werde ein Mindestumfang der Förderung in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) vorgegeben.
Das Ziel sei eine optimale Vorbereitung dieser Schülerinnen und Schüler und eine Entlastung der Regelklassen und ihrer Lehrpersonen.
In der Primarschule erhalten die Kinder künftig zusätzliche Lektionen und somit mehr Deutschunterricht. Der Englischunterricht soll weiterhin in der dritten Klasse beginnen.
Den Start für das Fach Französisch verlegt der Kanton hingegen auf die sechste oder siebte Klasse. Die Jugendlichen lernten die Fremdsprache dadurch später, dafür deutlich intensiver. In der Realschule schaffe der Kanton zudem neue Wahlmöglichkeiten für das Französisch, damit sich die Jugendlichen gezielter auf ihre Berufslehre vorbereiten.










