Aargauer Regierung geht bei Mittelschul-Standorten über die Bücher
Der Aargauer Regierungsrat hat seine langfristige Planung von weiteren Mittelschul-Standorten neu ausgerichtet. Aufgrund aktualisierter Schülerprognosen stellt der Regierungsrat die Notwendigkeit eines zweiten neuen Standorts in Frage.

Während ein neuer Standort entweder in Lenzburg oder Windisch Mitte der 2030er-Jahre weiterhin als dringend erachtet wird, bleibt der Bedarf für eine ergänzende neunte Mittelschule offen. Dies hält der Regierungsrat in Stellungnahmen vom Freitag zu parlamentarischen Vorstössen fest.
Als Hauptgrund für diese Neubewertung führt der Regierungsrat die tiefere Geburtenrate an. Diese führe zu einem geringeren Anstieg der Schülerzahlen als noch im Sommer 2024 prognostiziert. Damals legte der Grosse Rat die Standorte Lenzburg und Windisch fest.
Zwar wachse die Zahl der Schülerinnen und Schüler insgesamt weiter, hält der Regierungsrat fest. Dieser Trend verlaufe jedoch moderater als erwartet. Ungeachtet dieser Zurückhaltung bei der Langzeitplanung seien kurzfristig weitere Schulraumkapazitäten unverzichtbar.
Die bestehenden Überlastungen und die teuren Anmietungen könnten nur durch zügige Realisierung der geplanten Erweiterungen in Baden, Stein und Wohlen sowie durch die baldige Eröffnung des neuen Standorts in Lenzburg oder Windisch gemildert werden.
Übergangslösungen seien solange notwendig, bis der neue Standort in Betrieb genommen sei. Eine mögliche Ausdehnung der Alten Kantonsschule Aarau soll ab dem Jahr 2040 den moderaten weiteren Bedarf decken, wie der Regierungsrat festhält. Ein neunter Standpunkt im Mittelland würde voraussichtlich erst Anfang der 2050er-Jahre nötig werden.
Im Bereich der Informatikmittelschule (IMS) und Wirtschaftsmittelschule (WMS) sei die künftige Entwicklung unsicher. Die Nachfrage nach diesen Ausbildungsgängen sei als Folge der Digitalisierung und des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) in dieser Branche unklar.
Daher wolle der Kanton das Angebot überprüfen: Eine teilweise oder vollständige Aufhebung dieser Bildungsgänge in den 2030er-Jahren sei denkbar. Sollte dies der Fall sein, wäre der Bau eines neunten Mittelschulstandorts 2050 nicht notwendig.










