Welthungerhilfe: Zu wenig Fortschritt bei Überwindung von Hunger
Der leichte Rückgang der Zahl hungernder Menschen auf der Welt im neuesten Welternährungsbericht gibt nach Ansicht der Welthungerhilfe keinen Anlass zu Beruhigung.

Denn die leichte Verbesserung der Hungerzahlen sei leider nur marginal, so Generalsekretär Mathias Mogge zu dem UN-Bericht. «Es ist wieder nicht gelungen, bei der Überwindung des Hungers einen entscheidenden Schritt voranzukommen, denn bei dem derzeitigen Trend werden 2030 noch immer ca. 510-520 Millionen Menschen weltweit chronisch unterernährt sein», sagte er.
Dem Welternährungsbericht zufolge waren 2025 rund 645 Millionen Menschen von Hunger betroffen, ein Rückgang um fast 14 Millionen im Vergleich zu 2024 und um 43 Millionen im Vergleich zu 2022. Asien sowie Lateinamerika und die Karibik hätten dabei in den vergangenen Jahren stetige Verbesserungen verzeichnet, heisst es in dem in Rom veröffentlichten Bericht.
Im Gegensatz dazu lebten in Afrika derzeit etwa 309 Millionen hungernde Menschen, verglichen mit 292 Millionen in Asien. Angesichts einer rasant wachsenden Bevölkerung weise Afrika derzeit die höchste absolute Zahl hungernder Menschen auf. «Auf dem Kontinent wächst auch die Zahl derer, die sich keine gesunde Ernährung leisten können – 66 Prozent der Bevölkerung haben schlichtweg zu wenig Einkommen dafür», so Mogge.
Zudem seien viele der Länder mit hohen Hungerzahlen in diesem Jahr einem gestiegenen Risiko ausgesetzt, da sie besonders unter den globalen Auswirkungen des Iran-Kriegs und der schwierigen Lage in der Strasse von Hormus litten, die die Preise für Treibstoff und Düngemittel in die Höhe treibe, Ernten gefährde und am Ende zu höheren Preisen für Nahrungsmittel führe. «Deshalb sind die neuen Hungerzahlen kein Grund zur Entwarnung, sondern ein Weckruf, mehr für die Überwindung des Hungers zu tun.»






