Wahlkommission bestätigt Wiederwahl von Afghanistan-Staatschef Ghani

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    Der afghanische Staatschef Aschraf Ghani wurde fünf Monate nach der Wahl zum offiziellen Sieger erklärt. Der Gegner akzeptiert das Resultat nicht.

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    Aschraf Ghani bei der Münchner Sicherheitskonferenz. - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Aschraf Ghani ist fünf Monate nach den Wahlen offiziell afghanischer Präsident.
    • Sein Rivale Abdullah Abdullah akzeptiert das knappe Ergebnis nicht.
    • Bei den Wahlen kam es in Afghanistan zu Unregelmässigkeiten.

    Der afghanische Staatschef Aschraf Ghani ist fast fünf Monate nach der Präsidentenwahl offiziell zum Sieger erklärt worden. Sein Rivale Abdullah erkennt Ergebnis nicht an und ruft eine eigene Regierung aus.

    Unregelmässigkeiten bei Wahl

    Der Amtsinhaber sei mit 50,64 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden, teilte die Wahlkommission am Dienstag in Kabul mit. Ghanis Rivale Abdullah Abdullah wies das Ergebnis allerdings umgehend zurück.

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    Regierungschef Abdullah Abdullah. - AFP

    Der Regierungschef erklärte sich selbst zum Sieger und rief eine Parallelregierung aus. Die Wahl im vergangenen September war von Betrugsvorwürfen und Unregelmässigkeiten überschattet worden.

    «Der Wahlkommission erklärt Herrn Aschraf Ghani (...) zum Präsidenten von Afghanistan», sagte Kommissionschefin Hawa Alam Nuristani. Abdullah landete demnach mit 39,52 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz. Insgesamt waren 18 Kandidaten zu der Wahl angetreten.

    Technische Probleme und Betrugsvorwürfe

    Abdullah erkannte Ghanis Wahlsieg am Dienstag nicht an. «Auf der Grundlage sauberer und biometrischer Stimmen ist unser Team der Gewinner, und wir erklären unseren Sieg», sagte er bei einer Pressekonferenz in Kabul. Zugleich verkündete er die Bildung einer «inklusiven Regierung».

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    Sicherheitskräfte auf Patrouille in Afghanistan. (Archivbild) - Keystone

    Die Wahlergebnisse hatten eigentlich bereits am 19. Oktober verkündet werden sollen. Wegen technischer Probleme und Betrugsvorwürfen wurde dies aber wiederholt verschoben.

    Fast eine Million Stimmen wurde als ungültig erklärt. Damit wurden am Ende nur noch 1,8 Millionen Stimmen gezählt – was der kleinsten Wahlbeteiligung in der Geschichte Afghanistans entspricht. 9,8 Millionen der 35 Millionen Einwohner Afghanistans sind wahlberechtigt.

    Die Geschichte wiederholt sich

    Bereits im Dezember hatte die Wahlkommission den vorläufigen Wahlsieg Ghanis erklärt. Dies hatte zu heftigen Protesten in Abdullahs Wahllager geführt. Schon bei der vorangegangenen Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren hatte es ein Patt gegeben: Sowohl Ghani als auch Abdullah erklärten sich damals zum Sieger.

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    US-Soldaten im Einsatz gegen die Taliban in Afghanistan. (Archivbild) - AFP/Archiv

    Erst durch Vermittlungen des damaligen US-Präsidenten Barack Obama einigten sich die beiden Kontrahenten auf einen Kompromiss: Ghani wurde Staats- und Abdullah Regierungschef.

    Beobachter halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die USA Abdullah dieses Mal erneut unterstützen. Die Regierung in Washington befindet sich derzeit in der Abschlussphase ihrer Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban über die Bedingungen eines US-Truppenabzugs aus Afghanistan.

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