Wadephul trifft Lawrow: «Mit Gegnern muss man verhandeln»

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    USA,

    Überraschend treffen sich Johann Wadephul und Sergej Lawrow in New York. Beim Ukrainekrieg bleiben die Positionen jedoch weit auseinander.

    Johan Wadephul
    Wadephul trifft Lawrow überraschend zu einem persönlichen Gespräch in New York. (Archivbild) - keystone

    Der deutsche Bundesaussenminister Johann Wadephul und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow haben sich am Samstag am Rand der UN-Generalversammlung getroffen. Das Gespräch dauerte rund 20 Minuten und kam überraschend zustande, wie die «Deutsche Welle» berichtet.

    Drittstaaten hatten der deutschen Seite signalisiert, dass Russland zu einem kurzen Austausch bereit sei. Russische Nachrichtenagenturen berichteten dagegen zuvor, die Begegnung sei auf deutsche Initiative zustande gekommen.

    Sollte Deutschland den direkten Dialog mit Russland weiterführen?

    Im Zentrum standen die angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sowie der Krieg gegen die Ukraine. Wadephul forderte Lawrow auf, den Eskalationskurs gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen.

    Wadephul bietet Deeskalation an – Kiesewetter kritisiert Treffen

    Der deutsche Aussenminister sagte anschliessend, er habe Lawrow eine Deeskalation angeboten. Zugleich erklärte Wadephul, beide Seiten seien bei wesentlichen Punkten nicht zu einer Einigung gekommen.

    Auch die «Newstime» berichtet von einem Gespräch ohne konkretes Ergebnis. Wadephul bezeichnete den Austausch dennoch als intensiv und erklärte, mit Gegnern müsse man verhandeln.

    CDU-Aussenpolitiker Roderich Kiesewetter kritisierte das Treffen laut der «Newstime» hingegen deutlich. Rückblickend wäre ein Telefonat aus seiner Sicht klüger gewesen, da das Ergebnis unverändert geblieben sei.

    SPD und Grüne begrüssen Treffen – Lawrow bekräftigt Kriegsziele

    SPD-Aussenpolitiker Adis Ahmetović bewertete das Gespräch der «Newstime» zufolge dagegen als wichtigen ersten Schritt. Grünen-Chefin Franziska Brantner begrüsste ebenfalls, dass Wadephul den direkten Austausch mit Lawrow gesucht hatte.

    Die Presseschau von «Eurotopics» verweist ebenfalls auf unterschiedliche Einschätzungen zum diplomatischen Nutzen des Treffens. Zugleich wird dort festgehalten, dass sich die Positionen beider Seiten während des Gesprächs offenbar nicht angenähert haben.

    Sergej Lawrow
    Lawrow bekräftigt in New York Russlands Positionen zum Krieg gegen die Ukraine. (Archivbild) - keystone

    Nach dem Treffen bekräftigte Lawrow vor der UN-Generalversammlung die russischen Kriegsziele. Wadephul forderte dagegen ein Ende der russischen Aggression, einen Rückzug der Truppen und einen dauerhaften Waffenstillstand.

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    Kommentare

    User #4594 (nicht angemeldet)

    Unfähige Politiker haben scheinbar Immunität gegen Kritik:))

    User #9258 (nicht angemeldet)

    Man muss mit dem Gegner reden! Das finde ich super. Reden heisst aber nicht belehren oder Forderungen stellen. Diplomatie ist gefragt so dass beide am Schluß glauben sie haben für sich in gutes Resultat erzielt.

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