Die EU fordert Beweise dafür, dass es Peng Shuai gut geht. Sie will auch, dass die Vergewaltigungsvorwürfe aufgeklärt werden.
Peng Shuai
Die Tennisspielerin Peng Shuai erhebt schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen chinesischen Vizepremier. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU fordert Beweise, dass es Peng Shuai gut geht.
  • Nach Missbrauchsvorwürfen war sie für zwei Wochen verschwunden.

Die EU hat von China «überprüfbare Beweise» für den Aufenthaltsort und das Wohlergehen der Tennisspielerin Peng Shuai gefordert. Zudem sollen die Vergewaltigungsvorwürfe aufgeklärt werden. «Wir drängen auf eine vollständige und transparente Untersuchung», sagte die aussenpolitische Sprecherin der EU, Nabila Massrali, der Nachrichtenagentur AFP.

Brüssel habe die Bilder von einem öffentlichen Auftritt der Tennisspielerin am Wochenende zur Kenntnis genommen. «Die Informationen über die Missbrauchsvorwürfe und die Tatsache, dass sie zwei Wochen lang nicht gesehen wurde, sind weiterhin sehr besorgniserregend.» Dies erklärte Massrali weiter. Nachfragen über Pengs Wohlergehen seien damit nach wie vor «legitim».

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Die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai spielt ein Erstrundenmatch gegen die Kanadierin Bouchard bei den Australian Open am 15. Januar 2019. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Peng Shuai, Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open, war über zwei Wochen lang nicht gesehen worden. Anfang November hatte sie im Onlinedienst Weibo Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ranghohen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben. Die Vorwürfe waren von den chinesischen Zensurbehörden rasch aus den Online-Diensten entfernt worden.

Peng Shuai hat mit IOC-Präsident Bach telefoniert

Am Wochenende war die 35-Jährige dann – Aufnahmen in staatlichen Medien zufolge – erstmals wieder in der Öffentlichkeit gesehen worden. Sie hat in Peking ein Tennis-Turnier besucht. Am Sonntag führte sie nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees ein Videotelefonat mit dessen Präsident Thomas Bach.

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Bach beim Videotelefonat mit Peng Shuai - OIS/IOC/AFP

Menschenrechtsgruppen und Sportbehörden äusserten sich dennoch weiterhin besorgt über Pengs Wohlergehen. Sie bezweifelten, dass die Behörden auf ihre Anschuldigungen reagieren werden. Auch die UNO, die USA und Grossbritannien hatten Beweise für das Wohlergehen Pengs gefordert.

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