Verhandlungen ohne Europa – wie realistisch ist das?
Die Verhandlungen über die Ukraine laufen – ohne Europa. Die E3-Staaten kämpfen nun um einen Platz am Tisch.

Seit Beginn des Jahres 2025 fanden mehrere von den USA geführte Gesprächsrunden zur Ukraine statt.
Europa sass bei diesen Verhandlungen keines Mal mit am Tisch, wie die «Tagesschau» berichtet.
Frankreich, Deutschland und Grossbritannien – die sogenannte E3 – erarbeiten nun gemeinsam einen Plan für künftige Verhandlungen. Ziel ist es, Europa eine gesicherte Rolle im Prozess zu verschaffen, berichtet «vietnam.vn».
Europas Gewicht auf dem Spiel
Macron und Merz vertraten laut der «Weltwoche» die Ansicht, der Zeitpunkt für direkte Gespräche mit Moskau sei noch nicht gekommen. Sollte es dazu kommen, müssten die E3-Staaten bei den Verhandlungen die Führung übernehmen.
Die EU hält einen Grossteil der eingefrorenen russischen Vermögenswerte und hat zahlreiche Sanktionspakete gegen Russland verhängt. Diese Hebel könnten laut «vietnam.vn» ein zentraler Bestandteil jedes Abkommens werden.
Laut Experte Alexander Gabuev vom Carnegie Russia Eurasia Center wünscht sich Selenskyj Europa als Partner am Verhandlungstisch.
Streit um Kommunikationskanäle mit Moskau
EU-Ratspräsident António Costa hatte versucht, direkte Gesprächskanäle nach Moskau zu öffnen.
Dies löste laut «Weltwoche» scharfe Kritik von Merz und Macron aus. Sie betrachteten Costa als Repräsentanten, nicht als Vermittler der EU.
Costa betonte danach, Europa müsse seine Botschaft direkt nach Russland übermitteln können. «Wir können uns nicht einfach darauf verlassen, dass andere die russische Botschaft interpretieren», sagte Costa laut «vietnam.vn».
Experten mahnen zur Eigenständigkeit bei Verhandlungen
Norbert Röttgen, Parlamentarier und Sicherheitsexperte, warnt laut «vietnam.vn», Russland profitiere davon, seine Beziehungen zu Europa über Washington zu steuern. Europa müsse letztlich selbst aktiv werden.

Mark Leonard vom Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen kritisiert Europas fehlende Kommunikationskanäle nach Moskau. Diese Lücke schränke laut «vietnam.vn» Europas diplomatische Handlungsfähigkeit erheblich ein.
Hans-Dieter Lucas, der an den Iran-Atomverhandlungen 2015 beteiligt war, mahnt, Europa dürfe bei Friedensvorschlägen nicht passiv bleiben. Sie müsse aber eng mit den USA koordiniert bleiben.
















