US-Militär greift Tanker mit Ziel iranischer Hafen an

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Die USA haben einen Tanker angegriffen, der einen iranischen Hafen ansteuerte. Das Schiff wurde manövrierunfähig gemacht.

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Die USA haben einen Tanker, der einen iranischen Hafen angesteuert hat, angegriffen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA haben einen Tanker im Persischen Golf angegriffen.
  • Das Schiff habe einen iranischen Hafen angesteuert und so gegen die Blockade verstossen.
  • Seit Dienstag blockiert das US-Militär wieder alle iranischen Häfen.

Nach den neuen Angriffen und Drohungen der USA gegen den Iran scheint eine diplomatische Lösung erneut in weite Ferne gerückt zu sein. Das US-Militär startete am Mittwoch gleich zwei Angriffswellen und attackierte zudem ein Schiff, das gegen die Blockade verstossen haben soll.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen Tanker angegriffen, der einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Der unbeladene Öltanker habe verschiedene Warnungen ignoriert und versucht, gegen die US-Blockade von iranischen Häfen zu verstossen. Dies teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Das Handelsschiff war demnach in internationalen Gewässern in Richtung der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg unterwegs.

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Die USA greifen den Iran wieder vermehrt an. - keystone

Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.

Das US-Militär ist seit Dienstag wieder dazu übergegangen, Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder von dort wegfahren, zu blockieren. Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine solche Seeblockade durchgesetzt, diese im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran dann aber Mitte Juni aufgehoben. Bereits während dieser früheren Seeblockade hatte das US-Militär nach eigenen Angaben neun Schiffe manövrierunfähig gemacht, die nicht kooperieren wollten.

US-Militär spricht von neuer Angriffswelle

Am Mittwoch teilte das Regionalkommando ebenfalls mit, eine neue Angriffswelle gestartet zu haben. Es war die zweite des Tages. Die Angriffe richten sich demnach gegen militärische Fähigkeiten des Irans, die dafür genutzt worden seien, Handelsschiffe in der Strasse von Hormus zu bedrohen. Eine ähnliche Begründung hatte das US-Militär auch für Angriffe in den vergangenen Tagen gegeben.

Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äussersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, dass vier Orte am Rande von Ahwas getroffen worden seien.

Trump schlägt auch versöhnliche Töne an

US-Präsident Donald Trump drohte erneut mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur, ehe er wenig später versöhnliche Töne anschlug. Der Iran habe einer Ende 2024 in Haft genommenen US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen, teilte Trump auf Truth Social mit. «Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens des Irans zu schätzen!» Details zu der Frau nannte Trump nicht, er schrieb bloss, dass sie sich ausser Landes befinde und in Sicherheit sei.

Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle der USA auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt, aber beide Länder sind im Krieg immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.

Auch Bodentruppen als Option

Das «Wall Street Journal» berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass Trump zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen den Iran tendiere, aber noch keine endgültige Entscheidung über die nächsten Schritte getroffen habe.

Optionen sind demnach, die Luftangriffe auszuweiten, Bodentruppen zur Eroberung iranischer Inseln nahe der Strasse von Hormus einzusetzen sowie die Bombardierung einer iranischen Atomeinrichtung, die als «Pickaxe Mountain» bekannt ist. Trump hatte jüngst mit einem Angriff auf den Komplex gedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt.

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