US-Handelsminister Lutnick in Davos ausgebuht
Bei einem Abendessen des Weltwirtschaftsforums in Davos sorgte US-Handelsminister Howard Lutnick für einen Eklat mit scharfer Kritik an Europa.

Bei einem hochrangigen Abendessen in Davos kam es zu einem diplomatischen Zwischenfall mit weitreichenden Konsequenzen. US-Handelsminister Howard Lutnick wurde nach abwertenden Äusserungen über Europa von Teilnehmern ausgebuht, berichtet die «Financial Times».
Das Event fand am Dienstagabend im Rahmen des Weltwirtschaftsforums statt. Hochrangige Gäste aus Politik und Wirtschaft waren anwesend, wie die «Financial Times» unter Berufung auf Insider schreibt.
Lutnick äusserte sich laut Angaben abfällig über die europäische Wirtschaft und deren Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den USA. Zudem forderte er, die Welt solle stärker auf Kohle statt auf erneuerbare Energien setzen, erläutert die «Frankfurter Allgemeine».
Lagarde verliess demonstrativ den Saal
EZB-Präsidentin Christine Lagarde verliess daraufhin demonstrativ den Raum. Auch weitere Gäste sollen unter lautem Protest die Veranstaltung vorzeitig verlassen haben, so die «Financial Times».
Der frühere US-Vizepräsident Al Gore war einer derjenigen, die Lutnick ausbuhten, wie «People» berichtet. «Ich sass da und hörte seinen Ausführungen zu, ohne ihn zu unterbrechen», sagte Gore dem Magazin.
«Es ist kein Geheimnis, dass ich die Energiepolitik dieser Regierung für wahnsinnig halte», erklärte Gore weiter. Am Ende der Rede habe er entsprechend reagiert, und mehrere andere hätten es ihm gleichgetan, so der Klimaschützer.
Dinner vor Dessert abgebrochen
Das Abendessen wurde von BlackRock-CEO Larry Fink als WEF-Mitvorsitzendem organisiert. Es war für alle wichtigen Forenmitglieder, Staatschefs und weitere Prominente gedacht, berichtet «Reuters».
Zu dem Dinner waren einige Hundert Gäste geladen. Fink beendete das Essen vor dem Dessert abrupt nach dem Vorfall, als die Leute bereits gingen, heisst es.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und Europa wegen Trumps Grönland-Forderungen und Zolldrohungen.








