Im Ärmelkanal sind in den vergangenen Tagen mehrere Flüchtlingsboote gesunken. Dies kostete zwei Migranten das Leben.
Flüchtlinge flüchtlingsboot
Ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere völlig überfüllte Flüchtlingsboote sind im Ärmelkanal untergegangen.
  • Dabei kamen zwei Migranten ums Leben.
  • Zwischen Januar und Ende August versuchten etwa 15'400 Migranten die Überfahrt.

Beim Untergang mehrerer völlig überfüllter Flüchtlingsboote im Ärmelkanal sind in den vergangenen Tagen zwei Migranten ums Leben gekommen. Ein weiterer werde vermisst, teilten die französischen Behörden am Donnerstag mit. Fast 800 Flüchtlinge konnten bei den Rettungsaktionen indes gerettet werden. Die Menschen hatten versucht, mit den Booten von Frankreich nach Grossbritannien zu gelangen.

Am Donnerstagmorgen wurde die Leiche eines Migranten in einem mit Wasser gefüllten Boot am Strand von Wissant nahe Calais entdeckt. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen. Zwei Menschen aus demselben Boot wurden mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.

Mehrere Boote gekentert

Am Vortag waren bei weiteren Bootsunglücken bereits ein Migrant gestorben und ein weiterer verschollen. Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Präfektur um einen etwa 30 Jahre alten Mann. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Mehrere Boote seien gekentert, weil sie überladen gewesen seien, hiess es.

Die Migranten nutzen oft seeuntaugliche Boote und zahlen Schleppern hohe Preise für die Überfahrt nach England. Viele wollen nach England, weil sie die Sprache sprechen und dort bereits Bekannte oder Verwandte haben.

Flüchtlingsboot
Flüchtlingsboot im Mittelmeer. (Symbolbild) - AFP/Archiv

Die Zahl der Flüchtlinge, welche die Überfahrt über den Ärmelkanal nach Grossbritannien wagen, ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Ein Grund dafür ist die stärkere Überwachung der Routen via Fähre oder Tunnel. Die Überfahrt ist aufgrund des starken Schiffsverkehrs, tückischer Strömungen und des kalten Wassers riskant.

Tausende Migranten versuchen Überfahrt über den Ärmelkanal

Bereits in der Nacht zu Dienstag waren 292 Migranten von der französischen Marine gerettet worden. Nach Angaben der Präfektur versuchten zwischen Januar und Ende August etwa 15'400 Migranten die Überfahrt über den Ärmelkanal.

Etwa 3500 von ihnen wurden aus Seenot gerettet und zurück nach Frankreich gebracht. Im gesamten Vorjahr waren es 9500 gewesen, 2018 waren es etwa 600.

Auf dem französischen Festland kam am Donnerstagabend nach Angaben der französischen Justiz ein weiterer Migrant ums Leben. Dies als ein Zug mit einer Gruppe von Geflüchteten zusammenstiess. Die vier waren auf den Gleisen zwischen Dünkirchen und Calais unterwegs. Ein Migrant wurde bei dem Unglück schwer, zwei weitere leicht verletzt.

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