Trump: Kushner und Witkoff reisen doch nicht nach Pakistan
Die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA wurde verlängert. Beide Seiten blockieren weiterhin die Strasse von Hormus und drohen sich gegenseitig.

Das Wichtigste in Kürze
- Die für Samstag geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran wurden abgesagt.
- Die Waffenruhe gilt für unbestimmte Zeit, die Strasse von Hormus aber bleibt blockiert.
- Die Hisbollah und Israel werfen sich gegenseitig Verstösse gegen die Waffenruhe vor.
Heute Samstag sollen sich Delegationen aus den USA und aus dem Iran in Islamabad zu Gesprächen treffen. Vizepräsident JD Vance und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, die als Verhandlungsführer gelten, werden aber nicht dabei sein. Kurzfristig wurde das Treffen aber doch noch abgesagt.
Derweil blockieren beide Länder weiterhin die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus. Die USA haben einen mit Sanktionen belegten Tanker beschlagnahmt, die iranischen Revolutionsgarden mehrere Frachter unter Beschuss genommen.
Auch der Libanon und Israel konnten sich auf eine Waffenruhe einigen, die am Donnerstag um drei Wochen verlängert wurde. Die Feuerpause ist aber wackelig, beide Seiten werfen sich Verstösse gegen das Abkommen vor.
Alle Neuigkeiten aus dem Nahen Osten erfährst du hier im Nau.ch-Ticker.
Bericht: Irans Aussenminister kommt nach Islamabad zurück
23.15: Im Ringen um eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts soll der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi erneut nach Islamabad kommen. Laut dem vom iranischen Aussenministerium bekanntgegebenen Programm werde Araghtschi nach Abschluss seines aktuellen Besuches im Oman und vor seiner Weiterreise nach Russland erneut nach Pakistan reisen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Trump äussert sich auf Social Truth
18.36: Nun äussert sich Donald Trump auch auf Social Truth zu den geplatzten Verhandlungen.
«Ich habe gerade die Reise meiner Vertreter nach Islamabad in Pakistan abgesagt, wo sie sich mit den Iranern treffen sollten. Zu viel Zeitverschwendung durch die Reise, zu viel Arbeit!», schreibt Trump.
Ausserdem herrsche innerhalb der iranischen «Führung» enormes Gerangel und grosse Verwirrung. «Niemand weiss, wer das Sagen hat – nicht einmal sie selbst», so Trump weiter.
«Ausserdem haben wir alle Trümpfe in der Hand, sie haben keine! Wenn sie reden wollen, müssen sie nur anrufen!!!»
Trump: US-Gesandte reisen nicht zu Friedengesprächen
18.04: US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben die geplante Reise seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan für Gespräche mit dem Iran abgesagt.
«Ihr macht keinen 18-stündigen Flug dorthin, wir haben alle Trümpfe in der Hand», habe er laut Fox News zu Witkoff und Kushner gesagt. Iran könne sich jederzeit melden, aber seine Gesandten würden nicht um die halbe Welt fliegen, um ergebnislos zu verhandeln.
Iranischer Aussenminister bereits wieder abgereist
17.10: Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hat die pakistanische Hauptstadt Islamabad bereits nach einem Tag wieder verlassen, wie Vertreter der pakistanischen Regierung bestätigen.
Araghtschi war am Freitagabend in Islamabad eingetroffen, um mit der politischen Führung Pakistans über einen möglichen Friedensdeal im Nahen Osten zu sprechen.

Welche Auswirkungen seine vorzeitige Abreise auf die weiteren Verhandlungen mit den USA hat, ist derzeit noch unklar.
Unterdessen sind die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner auf dem Weg nach Islamabad. Dort sollten ursprünglich Gespräche zwischen Vertretern der USA und des Iran stattfinden – entweder direkt oder indirekt über pakistanische Vermittler.
Libanon: Tote bei Angriffen der israelischen Armee
14.58: Im Libanon hat es trotz Waffenruhe libanesischen Angaben zufolge wieder einen tödlichen israelischen Angriff gegeben. Vier Menschen seien in einem Ort nahe der Grenze zu Israel getötet worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit.
Demnach traf Israels Armee einen Lastwagen sowie ein Motorrad. Die Umstände des Vorfalls waren zunächst unklar. Auch über die Identität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Das israelische Militär äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall.
Israels Armee hatte zuvor erneut Einwohner etlicher Orte im Süden des Nachbarlandes davor gewarnt, dorthin zurückzukehren. Die kürzlich verlängerte Feuerpause zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz bleibt somit brüchig.
Erste Auslandsflüge starten wieder in Teheran
13.45: Der internationale Flughafen in Teheran hat Auslandsflüge wieder aufgenommen.
Die staatliche Nachrichtenagentur Irna und der Staatssender Irib bestätigten den Abflug der ersten Maschinen vom Imam-Khomeini-Flughafen nach Istanbul (Türkei), Maskat (Oman) und Medina (Saudi-Arabien).
Insbesondere die Verbindung nach Medina ermöglicht gläubigen Muslimen wieder die Pilgerreise in die heilige Stadt Mekka.

Die Wiedereröffnung folgt auf die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, die am 8. April 2026 unter Vermittlung Pakistans vereinbart wurde.
Trotz der Öffnung meiden europäische Fluggesellschaften wie die Lufthansa Group den iranischen Luftraum weiterhin. Als Gründe werden die instabile Lage im Nahen Osten und eine erhöhte Gefährdung der zivilen Luftfahrt angegeben.
Iran meldet grosse Raketenreserven trotz Schäden
11.42: Der Iran verfügt nach Darstellung des Verteidigungsministeriums weiterhin über einen erheblichen Teil seiner Raketenkapazitäten, die im bisherigen Konfliktverlauf mit den USA und Israel nicht zum Einsatz kamen.

Wie Ministeriumssprecher, General Resa Talaie-Nik, laut der Nachrichtenagentur Tasnim weiter erklärte, setzt die heimische Rüstungsindustrie ihre Arbeit trotz der Schäden an einigen Produktionszentren sowohl sichtbar als auch unsichtbar fort. Die Produktionslinien seien über das Land verteilt.
Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Massenprotesten
11.03: Im Iran ist ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt worden. Nach Angaben des offiziellen Justizportals wurde Erfan Kiani gehängt.
Die iranische Justiz warf Kiani vor, im Auftrag des israelischen Geheimdienstes Mossad an der Zerstörung und Brandstiftung von öffentlichem und privatem Eigentum in Isfahan beteiligt gewesen zu sein. Gemeinsam mit Komplizen soll er Barrikaden aus Holz und Reifen angezündet und Sicherheitskräfte angegriffen haben.

Eine unabhängige Bestätigung dieser Vorwürfe ist derzeit nicht möglich. Der Fall steht im Kontext einer verschärften Hinrichtungswelle nach den landesweiten Protesten vom Januar 2026. Der Vorwurf, als Agent für ausländische Geheimdienste gearbeitet zu haben, gehört dabei zu einer immer wiederkehrenden Rechtfertigung der iranischen Justiz für schnelle Exekutionen.
Israels Armee: Raketenabschussrampen im Libanon angegriffen
09.28: Die Lage im Libanon bleibt trotz einer Verlängerung der Waffenruhe angespannt. Israels Armee teilte am Morgen mit, sie habe in der Nacht im Südlibanon mehrere einsatzbereite Raketenabschussrampen der Hisbollah-Miliz angegriffen. Diese hätten eine Bedrohung für israelische Zivilisten und Soldaten dargestellt.
Das libanesische Gesundheitsministerium meldete unterdessen sechs Tote und zwei Verletzte bei israelischen Luftangriffen am Freitag. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA kamen die sechs Menschen bei Bombardements in den Orten Wadi al-Hudschar, Srifa, Jatir und Tulin im Süden des Landes ums Leben.
Israels Militär hatte am Abend auch mitgeteilt, dass Soldaten am Freitag bei einem Schusswechsel zunächst zwei bewaffnete Hisbollah-Mitglieder in Bint Dschubail getötet hätten. Bei einem Angriff auf ein von ihr genutztes Gebäude in der Stadt, die als Hochburg der vom Iran unterstützten Miliz gilt, seien zudem vier weitere bewaffnete Kämpfer ums Leben gekommen.
Unklare Lage bei den Verhandlungen
03.00: Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs zeichnen sich schwierige diplomatische Gespräche in Pakistan ab. Das Weisse Haus kündigte eine Reise der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Verhandlungen nach Islamabad an. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi traf bereits am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt ein.
Die den Revolutionsgarden, der iranischen Elitestreitmacht, nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim wies Berichte über Verhandlungen jedoch umgehend zurück.

Auch eine angebliche Bitte des Irans um ein persönliches Treffen, von der US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt sprach, bezeichnete Tasnim als falsch. Unklar bleibt damit, ob die Konfliktparteien direkt verhandeln oder lediglich Botschaften über pakistanische Vermittler austauschen.
Aussenminister Araghtschi betonte auf der Plattform X, er wolle sich lediglich mit den pakistanischen Partnern abstimmen. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, der iranische Chefdiplomat plane, einen Gegenvorschlag für die Verhandlungen mit den USA zu erörtern. Laut Tasnim will der Aussenminister die Standpunkte des Irans für ein Kriegsende darlegen.












