Dass auf dem Trikot der Ukraine die Krim zu sehen ist, sorgt in Russland für Ärger. Dadurch werde der Fussball politisiert, sagen Politiker.
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Die ukrainischen Trikots. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Präsident des ukrainischen Fussballverbandes hatte es angekündigt.
  • Die Ukrainer werden an der EM Trikots tragen, die in Russland nicht gut ankommen.
  • Im Logo auf den gelben Shirts sind Gebiete wie die Krim, Donezk und Lugansk zu sehen.

Mit ihren Trikots für die Fussball-Europameisterschaft (EM) hat die Ukraine für Empörung in Moskau gesorgt: Die vom ukrainischen Fussballverband präsentierten Trikots zeigten die Umrisse der Ukraine einschliesslich der von Russland annektierten Krim. Und trugen patriotische Slogans.

Der Präsident des Fussballverbandes, Andrej Pawelko, veröffentlichte ein Bild der gelb-blauen Sportklamotten bei Facebook und schrieb: Die Spieler würden diesmal «besondere Trikots» tragen.

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Die Krim wurde 2014 von Russland annektiert. - Keystone

«Wir glauben, dass die Silhouette der Ukraine den Spielern Kraft geben wird, weil sie für die ganze Ukraine kämpfen werden.» Das erklärte Pawelko.

Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Europameisterschaft 2020 wird vom 11. Juni bis 11. Juli in elf Städten ausgetragen, darunter auch St. Petersburg.

Auch die von pro-russischen Separatisten kontrollierten Regionen Donezk und Lugansk waren auf den Trikots eingezeichnet. Daneben standen die Worte: «Ruhm für die Ukraine! Ruhm für die Helden!»

«Das ist völlig unangemessen»

Der Slogan ist ein patriotischer Ausruf. Er galt als Leitmotiv der Demonstranten, die den vom Kreml unterstützten ehemaligen Machthaber der Ukraine, Viktor Janukowitsch, bei Protesten im Jahr 2014 gestürzt hatten.

Granit Xhaka
Granit Xhaka (links) klatscht mit Ukraine-Spieler Junior Moraes ab. - Keystone

Moskau reagierte mit Verärgerung und Spott auf das Design: Die Ukraine habe «das ukrainische Territorium mit der russischen Krim verbunden», sagte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa. Das Design erinnere an die Kunsttechnik «trompe l'oeil», die das Auge austrickse und die «Illusion des Unmöglichen» schaffe.

Mehrere russische Abgeordnete warfen Kiew vor, den Fussball zu politisieren. «Das ist völlig unangemessen», sagte der Politiker Dmitri Swischtschjow dem Sender RT. «Dann sollen unsere Spieler in T-Shirts auf den Platz gehen, auf denen die Umrisse des russischen Reiches abgebildet sind, das Polen, die Ukraine und Finnland einschliesst.»

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