Ukraine nennt vor den Gesprächen ihre Bedingungen
Vor den Dreiergesprächen im November legt die Ukraine ihre Bedingungen offen. Präsident Selenskyj schliesst Limits für die Armee aus.

Wolodymyr Selenskyj hat vor den geplanten Dreiergesprächen im November die roten Linien der Ukraine bekräftigt, berichtet die «Berliner Zeitung». Eine Begrenzung der Armee und ein erzwungener neutraler Status stünden nicht zur Debatte, sagte er am Sonntag.
Über Gebietsfragen will Selenskyj ausschliesslich mit anderen Staatschefs sprechen. Zudem dürfe Moskau der Ukraine nicht vorschreiben, wie ihre Sicherheitsgarantien in einem Abkommen aussehen sollen.
Über die Stärke der Streitkräfte müsse das Land selbst entscheiden, hielt Selenskyj im Interview fest. Bei gesicherter Finanzierung wolle er eine Armee mit 800'000 Angehörigen behalten.
Was die Ukraine als Sicherheit verlangt
Als beste Absicherung bezeichnete Selenskyj eine Nato-Mitgliedschaft zusammen mit einer starken eigenen Armee, so die «Berliner Zeitung». Wäre ein Beitritt nicht möglich, müssten die USA und europäische Staaten Schutzversprechen nach dem Vorbild von Artikel 5 abgeben.
Als erreichbare erste Schritte nannte Selenskyj einen Stopp der Angriffe auf die Energieversorgung und sichere Getreidetransporte im Schwarzen Meer. Auch ein Gefangenenaustausch gehöre dazu; an solchen Ergebnissen müsse sich zeigen, ob Russland ernsthaft verhandeln wolle.
Sanktionen gegen Russland dürften nicht vorzeitig fallen, warnte Selenskyj, sonst gehe Kiew geschwächt in die Gespräche. Moskau lehnt eine allgemeine Waffenruhe vor einer umfassenden Einigung bislang ab.
Dreiergespräche in Abu Dhabi
Vertreter Russlands, der USA und der Ukraine sollen sich in der ersten Novemberhälfte in Abu Dhabi treffen, berichtet «heute.at». Das hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag erklärt, einen konkreten Termin nannte er aber nicht.

Die Gespräche sollen im trilateralen Format stattfinden, eine Beteiligung europäischer Staaten schliesse der Kreml aber nicht aus. Im Zentrum stehe die Sicherheit sowohl für Russland als auch für die Ukraine, erklärte Peskow demnach.
Parallel soll Kremlchef Wladimir Putin US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping einen Gipfel vorgeschlagen haben, berichtet der «Tagesspiegel». Bei dem Treffen Mitte November soll die Ukraine nicht mit am Tisch sitzen.












