Ugandas Oppositionschef wirft Soldaten brutalen Überfall vor
Kurz nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Uganda hat Oppositionsführer Bobi Wine den Sicherheitskräften erneut schwere Übergriffe vorgeworfen. Soldaten, die teils betrunken gewesen seien, hätten sein Haus gestürmt, Eigentum geplündert und seine Frau misshandelt, teilte Wine, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi heisst, auf der Plattform X mit.

«Sie würgten sie und beleidigten sie. Sie zogen ihr die Bluse aus und machten Fotos. Meine Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie wegen ihrer physischen und psychischen Traumata behandelt wird», schrieb der 43-Jährige.
Wine hält sich in einem Versteck auf, nachdem er vor rund einer Woche nach eigenen Angaben einem Entführungsversuch durch Polizei und Militär entkommen war. Seine Frau Barbie Kyagulanyi stand weiter unter Hausarrest und soll bedroht worden sein, um Wines Aufenthaltsort zu verraten. Das Paar hat vier Kinder.
Bei der Wahl am 15. Januar trat Wine gegen den 81 Jahre alten Präsidenten Yoweri Museveni an, der Uganda seit rund 40 Jahren zunehmend autoritär regiert. Museveni siegte nach offiziellen Angaben mit 71 Prozent der Stimmen, Wine erhielt 24 Prozent und spricht von Wahlbetrug. Der frühere Musiker ist besonders bei jungen Wählern beliebt, die die Mehrheit der registrierten Wähler in dem ostafrikanischen Land mit rund 50 Millionen Einwohnern stellen.
Die Behörden äusserten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den jüngsten Vorwürfen. Die Polizei hatte zuvor bestritten, dass Sicherheitskräfte Wines Haus gestürmt hätten.
Für Deutschland ist Uganda ein wichtiger Partner in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Landwirtschaft. Die Bundesrepublik importiert unter anderem Kaffee, Tee und Fisch aus Uganda, während das Land Maschinen und chemische Erzeugnisse aus Deutschland bezieht.










