Trump rückt von Selenskyj ab und setzt die Ukraine unter Druck
Nach Kritik am Diesel-Deal fordert Trump einen Machtwechsel in der Ukraine. Kiew weist das zurück, Europa will neue Sanktionen gegen Russland beschliessen.

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert, berichtet «ZDFheute», nachdem Selenskyj den Diesel-Deal kritisiert hatte. «Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt», sagte Trump in Washington.
Trump wirft dem ukrainischen Präsidenten vor, mehrfach Gelegenheiten zur Beendigung des Krieges ausgeschlagen zu haben. Die Regierung in Kiew wies diese Forderung aus Washington strikt zurück, wie der Sender weiter berichtet.
Die ukrainische Verfassung schliesst Wahlen in Kriegszeiten aus, schreibt «news.at», weshalb ein Machtwechsel an der Staatsspitze nicht möglich sei. Kremlchef Wladimir Putin habe Angebote für eine Waffenruhe ohne Bedingungen mehrfach abgelehnt, heisst es im Bericht weiter.
Musk stellt sich im Streit um die Ukraine hinter Trump
Elon Musk stellte sich auf X mit den Worten «Selenskyj ist zu weit gegangen» hinter Trump, berichtet die «Berliner Morgenpost». Kurz darauf schrieb er in einem weiteren Beitrag: «Es ist Zeit, dass die Ukraine einen neuen Anführer findet.»
Am Freitag hatte Trump eine Vereinbarung mit Putin über russischen Diesel verkündet. Die USA setzen die Sanktionen für diesen Dieselhandel dank einer Sonderlizenz bis April 2027 aus.
Diesel kostete am Samstag durchschnittlich 6,28 Dollar (etwa 5,23 Franken) je Gallone. Das sind rund 70 Prozent mehr als vor einem Jahr, gut drei Wochen vor den Kongresswahlen.
Widerstand gegen Trump und Druck auf die Ukraine
Fachleute erwarten laut der «Berliner Morgenpost» kaum Auswirkungen auf die Preise, weil bestehende Engpässe in den Raffinerien bleiben. Moskau könnte laut der Zeitung dagegen zusätzliche Einnahmen erzielen und sich als Geschäftspartner Washingtons zeigen.
Der Republikaner Brian Fitzpatrick kündigt ein parteiübergreifendes Gesetz gegen Käufe russischen Öls an. Das Repräsentantenhaus stimmt laut dem Bericht erst nach den Wahlen wieder ab, auch der Senat müsste zustimmen.
Witkoff und Kushner, die Unterhändler von Trump, hätten den Verlust wichtiger Geheimdienstdaten in Aussicht gestellt. Das gelte, falls die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien fortsetze, heisst es in dem Bericht weiter.
Europas Antwort auf Trump und die Hilfe für die Ukraine
Die Hilfen für die Ukraine seien noch nicht gestoppt, weil Kongress und Pentagon Einfluss hätten, so die «Berliner Morgenpost».

Europa kann laut der Zeitung Aufklärungsdaten und Patriot-Raketen der USA nicht kurzfristig ersetzen.
EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas erklärte, Europa werde den Druck auf Russland nicht lockern. Die EU-Aussenminister wollen am Montag ein weiteres Sanktionspaket gegen Russlands Kriegswirtschaft beschliessen, heisst es im Bericht.












