Expertin: Trumps Diesel-Deal wird Preise kaum senken
Trumps Diesel-Deal mit Russland wird laut einer Expertin die Preise nicht dämpfen. Es sei eher eine «symbolische Handlung» vor den Midterms.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump will mit russischen Diesel-Lieferungen die Preise drücken.
- Laut einer Expertin sind die angekündigten Mengen aber zu klein, um die Preise zu beeinflussen.
- Für den Deal gibt es selbst von Republikanern Kritik.
Gross hat Donald Trump den Diesel-Deal mit Russland und Wladimir Putin angekündigt: Der Kremlchef werde «umgehend» 300’000 Tonnen Diesel liefern, mehr solle folgen.
Und Trump schrieb gross: «Die Dieselpreise für die Amerikaner und die ganze Welt werden sinken – in Rekordhöhe und schnell.»
Doch eine Expertin bezweifelt das, sie spricht von einer «symbolischen Handlung». Und auch aus den eigenen Reihen erntet Trump Kritik.
Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft analysiert den Deal gegenüber der deutschen Presseagentur und sagt: «Der Weltmarktpreis wird sich nicht signifikant ändern.»
Dafür sei die Menge von 300’000 Tonnen Diesel schlicht zu klein. Die USA verbrauchen pro Tag rund 500’000 Tonnen Diesel und andere Destillatkraftstoffe. Die 300’000 Tonnen decken folglich bloss den Bedarf von 14 Stunden.
Sultan spricht dann auch von einer «symbolischen Handlung». In den USA stehen in weniger als einem Monat die Zwischenwahlen an. Den Republikanern droht eine Niederlage – auch wegen der hohen Spritpreise.
Trump gibt Selenskyj die Schuld an hohen Spritpreisen
Seit Februar wurde Diesel beispielsweise rund 70 Prozent teurer. Im Autoland USA spüren das die Menschen sofort im Portemonnaie – und sind entsprechend unzufrieden. Und: Sie geben auch Donald Trump die Schuld an den hohen Preisen.
Sein Krieg gegen den Iran und die Blockade der Strasse von Hormus ist ein Treber der Preise. Zuletzt versuchte Trump, die Schuld an die Ukraine und Wolodymyr Selenskyj abzugeben.
Die Angriffe auf russische Raffinerien sorgten für die weltweite Verknappung, so Trump. Er forderte deshalb die Einstellung der Angriffe.

Berichten zufolge bot Wolodymyr Selenskyj dies auch an. Unter der Bedingung, dass auch Russland die ukrainische Energieinfrastruktur nicht länger angreift. Zu einer Einigung kam es nie.
Dafür verkündete Trump den Diesel-Deal – kurz nachdem er ein neues Sanktionspaket unterzeichnet hatte. Putin profitiert damit gleich doppelt: Er erhält Geld für seine Kriegskasse und sieht, wie das Sanktionsregime von den USA untergraben wird.
Republikaner: Trump leidet unter «moralischer Blindheit»
Deshalb gibt es auch laute Kritik: Die Demokraten Chuck Schumer, Elizabeth Warren und Jeanne Shaheen sprechen in einer Erklärung von: «Verrat an der Ukraine, unseren europäischen Verbündeten und der nationalen Sicherheit der USA.»
Auch Don Bacon, Abgeordneter der Republikaner, kritisiert den Deal und nennt die Unterwürfigkeit Trumps gegenüber Putin «peinlich». Der US-Präsident leide «unter einer moralischen Blindheit gegenüber Putin».
Der US-Militärhistoriker Philips O’Brien fasst zusammen, dass es beim Deal gar nicht um Diesel gehe. Sondern darum, «dass sich die USA in diesem Krieg zunehmend als Unterstützer Russlands profilieren».
Er sagt: «Die USA treten als unmittelbare Unterstützer Russlands in Erscheinung – und geben der Ukraine die Schuld dafür.»

















