Der kanadische Regierungschef Justin Trudeau hat seinem konservativen Herausforderer Erin O'Toole die Fähigkeit zur Führung des Landes abgesprochen.
Kanadas Regierungschef Justin Trudeau
Kanadas Regierungschef Justin Trudeau - POOL/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Heftiger Schlagabtausch bei letzter TV-Debatte zehn Tage vor der Wahl.

O'Toole gelinge es nicht einmal, seine eigenen Leute von der «Realität des Klimawandels» zu überzeugen, sagte Trudeau am Donnerstag bei der letzten TV-Debatte vor der Parlamentswahl am 20. September. In Umfragen liegt O'Toole derzeit knapp vor dem Amtsinhaber.

Die TV-Debatte fand auf Englisch statt. Ihr kommt damit eine besondere Bedeutung zu, denn drei Viertel der 38 Millionen Einwohner Kanadas sind englischsprachig. «O'Toole sagt, dass er in zwei Wochen einen Stand von 90 Prozent Geimpften erreichen will», holte Trudeau ein weiteres Mal unter Hinweis auf die Corona-Krise aus. «Aber er kann nicht einmal 90 Prozent seiner Kandidaten für die Impfung gewinnen.»

Trudeaus Zustimmungswerte waren zuletzt stark eingebrochen. In jüngsten Umfragen kam er auf 31,2 Prozent, O'Toole auf 33,7 Prozent.

O'Toole, der erst seit einem Jahr an der Spitze der Konservativen steht, liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Er sagte, er sei ein «neuer Chef» und werde sich dem konservativen Flügel seiner Partei nicht beugen. Auch räumte er ein, dass die Konservativen in Klimafragen nicht das Vertrauen der Bevölkerung geniessen. Zugleich kündigte er an, dass er das Land wieder «auf die Spur» bringen wolle. Trudeau warf er vor, die «Erwartungen der Kanadier» mit Blick auf die Klimapolitik nicht erfüllt zu haben.

Auch in aussenpolitischen Fragen attackierte O'Toole den Regierungschef. Der Konservative warf Trudeau vor, die beiden seit 2018 in China inhaftierten Kanadier Michael Spavor und Michael Kovrig «im Stich gelassen» zu haben. Spavor und Kovrig waren kurz nach der Festnahme der chinesischen Huawei-Spitzenmanagerin Meng Wanzhou in Kanada verhaftet worden.

Mehr zum Thema:

Regierungschef Justin Trudeau Huawei Coronavirus