Trotz KI-Booms: Südkoreas Präsident warnt vor Ungleichheit
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat trotz eines Wirtschaftsaufschwungs dank Künstlicher Intelligenz vor zunehmender Ungleichheit und sozialen Spannungen gewarnt. Von den wirtschaftlichen Erfolgen profitierten längst nicht alle Bevölkerungsschichten gleichermassen, sagte Lee in seiner jährlichen Haushaltsrede im Parlament in Seoul. Er verwies insbesondere auf die Situation junger Menschen, die Schwierigkeiten beim Einstieg ins Berufsleben hätten: «Was nützt es, wenn es der Wirtschaft des Landes besser geht, mein eigenes Leben sich aber nicht verbessert?»

Südkoreas Wirtschaft ist Nutzniesser der hohen Nachfrage für KI-Infrastruktur. Mit Samsung Electronics und SK Hynix sind zwei der weltweit führenden Speicherchip-Produzenten in Südkorea beheimatet. Laut Schätzungen der koreanischen Zentralbank generierte die Halbleiterbranche im dritten Quartal rund die Hälfte des südkoreanischen Wachstums. Die Regierung rechnet in diesem Jahr mit einem BIP-Wachstum von bis zu 3,6 Prozent.
Die wirtschaftlichen Errungenschaften könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten grösser werde, sagte Lee. Um die wachsende Ungleichheit zu bekämpfen, verwies er auf Arbeitsmarktmassnahmen, Unterstützung für einkommensschwache Personen und den Bau von mehr günstigem Wohnraum. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Präsident mit Blick auf die jüngsten Proteste in Europa vor einer solchen Entwicklung in Südkorea gewarnt.










