Die Oppositionsführerin von Belarus, Swetlana Tichanowskaja, fordert die G7-Staaten zur Hilfe für die Unabhängigkeit ihres Landes auf.
Tichanowskaja bei einem Interview in Helsinki am 1. März
Tichanowskaja bei einem Interview in Helsinki am 1. März - Lehtikuva/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hofft auf die Hilfe der G7.
  • Sie fürchtet, dass Präsident Lukaschenko ihr Land Stück für Stück an Russland verkauft.

Die belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat von den G7-Staaten vor ihrem Gipfeltreffen in Cornwall Unterstützung für die Unabhängigkeit ihres Landes von Russland gefordert. Es bestehe die Gefahr, dass Präsident Alexander Lukaschenko Belarus Stück für Stück an den Kreml verkaufe.

«Sie dürfen die Augen vor der Lage in Belarus nicht verschliessen und müssen eine klare Botschaft aussenden», sagte Tichanowskaja der «Süddeutschen Zeitung» (Freitagsausgabe). Tichanowskaja forderte ausserdem eine Ausweitung der Sanktionen. Am wirkungsvollsten seien Wirtschaftssanktionen gegen Sektoren, die eng mit der Führung in Minsk verbunden seien. «Das Regime hat ein absolutes Monopol auf Stahl, Holz und petrochemische Produkte», sagte sie.

Ausserdem müssten mehr Menschen auf die die Sanktionsliste der EU gesetzt werden. Richter, Staatsanwälte, Polizisten, Unternehmer aber auch Mitarbeiter des Staatsfernsehens sollten mit Einreiseverboten und Kontosperrungen belegt werden.

Regierungsnahe Medien hatten zuletzt ein Interview mit dem inhaftierten Blogger Roman Protassewitsch ausgestrahlt, in dem dieser sich selbst bezichtigt. Seine Familie geht davon aus, dass er zuvor gefoltert wurde.

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